Spagat zwischen Menschlichkeit und Wirtschaftlichkeit

Alfred Braun

BRK-Direktor Alfred Braun ist verantwortlich für zwei stationäre Einrichtungen im Landkreis und sieht im neuen Pflegestärkungsgesetz gute Ansätze. "Jetzt können wir auch Zusatzpflegekräfte beschäftigen , die wir dringend brauchen". Eine Schritt nach vorne sieht er auch in der gesetzlichen Verankerung: Wer Tariflohn zahlt, muss finanziell besser gestellt werden. Kritik übte Alfred Braun am knappen Personalschlüssel für den Nachtdienst: "Hier sind Nachbesserungen erforderlich".

Wolfgang Reiner

Wolfgang Reiner ist Caritas-Kreisgeschäftsführer und sieht im "Spagat zwischen Menschlichkeit und Wirtschaftlichkeit" die große Herausforderung. Beratungen und begleitende Dienste seien immer noch nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen enthalten, kritisierte der Träger ambulanter Dienste. Wolfgang Reiner vermisst die gesetzgeberischen Grundlagen für die Pflege von morgen. "Die Pflege darf nicht mechanisch ablaufen, sie muss sich um den Menschen kümmern".

Dr. Wolfgang Laaths

Dr. Wolfgang Laaths, Vorsitzender des Hospizvereins für die Stadt und den Landkreis Schwandorf, springt mit seinen Helfern dann ein, "wenn die medizinische Betreuung endet". Er treffe auf einsame und verbitterte Menschen und versuche, ihnen in der letzten Phase des Lebens eine Perspektive zu geben. "Damit sie loslassen können". Dr. Laaths brach eine Lanze für die Hospizhelfer: "Ich kenne keinen Wichtigtuer oder Profilierungssüchtigen unter ihnen".

Dr. Christoph Balzer

Dr. Christoph Balzer, Chefarzt am St. Barbara-Krankenhaus, hob die Bedeutung des Palliativnetzwerkes im Landkreis hervor. "Hier ist Pionierarbeit geleistet worden". Für den Palliativmediziner ist nicht nur eine menschenwürdige Begleitung des Sterbenden wichtig, sondern auch "die Unterstützung der Angehörigen über den Tod hinaus". Im Landkreis seien die familiären Bande noch ausgeprägt. Dies erleichtere die Pflege zu Hause . Im Krankenhaus treffe der Patient auf Palliativpflegekräfte. (rid)
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