Sparen und dennoch investieren

Um über die Steinwald-Allianz bei neuen EU-Fördermitteln einen Fuß in die zu bekommen, hat Fuchsmühl einige Projekte angemeldet. Einig waren sich die Markträte am Freitag, dass da auch einige "sehr visionäre" Vorhaben dabei sind.

16 Städte und Gemeinden der Steinwald-Allianz bewerben sich für ein Auswahlverfahren, um den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung "anzapfen" zu können. Es gibt zwei Bereiche: Energie und Revitalisierung. Die Zuschusshöhe soll bei 80 Prozent liegen.

Für das erste Handlungsfeld hat Bürgermeister Wolfgang Braun die Erweiterung der Hackschnitzelheizanlage beim Markthaus vorgeschlagen. Bei Kosten von 480 000 Euro könnte das Nahwärmenetz deutlich ausgedehnt werden. Ebenfalls 480 000 Euro könnte ein Abriss der gemeindeeigenen Wohngebäude nahe der denkmalgeschützten Schlossanlage kosten. Eine weitere Idee: Sanierung des leerstehenden, ortsbildprägenden ehemaligen Gasthofs Fürstenhof. Eine grobe Kostenschätzung, hier ein Mehrgenerationenhaus zu schaffen, ergab 3,6 Millionen Euro.

Nicht finanzierbar

"So etwas ist Wunschdenken", lautete der Kommentar von Marktrat Udo Fürst (SPD). "Das werden wir uns nicht leisten können." Außerdem fühlte sich Fürst etwas überrumpelt: "Es wäre gut gewesen, wenn wir im Vorfeld mehr Informationen gehabt hätten." Diese Aussage wiederum verwunderte Bürgermeister Wolfgang Braun, der auf die entsprechenden Infos in einer Marktratssitzung vor einigen Monaten verwies. Markus Troesch meinte, es sei fraglich, ob ein Ort mit 1700 Einwohnern ein Mehrgenerationenhaus brauche. Es sei sicher ein sehr visionärer Vorschlag. Das bestätigte auch Andrea Hecht (CSU). Braun machte deutlich, dass es vorrangig darum gehe, das Fernwärmenetz auszubauen und die Wohnungen beim Schloss abzubrechen. Rainer Bleistein (SPD): "Diese beiden Projekte sollten wir auf jeden Fall anmelden." Bleistein und Fraktionskollege Fürst versagten jedoch dem gesamten Vorschlagspaket die Zustimmung.

Dank an Bienlein-Holl

Bürgermeister Wolfgang Braun nutzte die letzte Marktratssitzung in diesem Jahr zu einem "Dank für die Arbeit zum Wohl des Bürgers". Eine Menge sei bewegt worden. Dabei verwies er unter anderem auf Markthaus und Dorfladen. Bei einer Förderung von 80 Prozent reduziere sich der Anteil der Gemeinde auf gut eine Million Euro. Braun listete Sanierungen und Investitionen auf; nächstes Jahr stünden weitere Maßnahmen an. Besonders dankte der Bürgermeister Hannelore Bienlein-Holl, die sich mit dem Arbeitskreis "Integration für Flüchtlinge" sehr für die in Fuchsmühl untergebrachten Menschen aus Syrien einsetze. "Es war viel Arbeit", sagte CSU-Fraktionssprecher Markus Troesch in der Rückschau. "Wir haben viel Geld ausgegeben und hohe Zuschüsse bekommen." Die Haushaltskonsolidierung stelle eine Herausforderung dar, "weil da sicher Schmerzgrenzen erreicht werden". Er empfahl, die Herausforderungen mit Elan anzugehen. Den anderen Fraktionen im Gemeinderat versprach Troesch: "Wir wollen die CSU-Mehrheit nicht brachial durchsetzen."

Das hörte Udo Fürst gerne und sagte: "Ich werde dich daran erinnern." Namens der SPD-Fraktion dankte Fürst dem Bürgermeister für die geleistete Arbeit. Angesichts der Zwänge zur Haushaltskonsolidierung hoffte der SPD-Sprecher, "dass wir nicht zu sehr an der Steuererhöhungsschraube drehen müssen". Das war auch ein großes Anliegen von Anna Koller (Freie Wähler). Auch sie dankte Verwaltung und Bürgermeister für das Engagement im zu Ende gehenden Jahr.
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