SPD-Parlamentarier erörtern in KZ-Gedenkstätte zukunftsweisende Anliegen - Lernen ohne ...
Wohnraum und keine Lager

Trocken blieben die SPD-Bundestagsabgeordneten nur zu Beginn im Durchgang des Kommandanturgebäudes. Von der garstigen Witterung ließ sich die Gruppe anschließend beim Gang durch die KZ-Gedenkstätte aber nicht beeindrucken. Bild: nm
Flossenbürg. (nm) Es war mehr als ein Informationsbesuch. Mitglieder der Landesgruppe in der SPD-Bundestagsfraktion kamen am Donnerstag nicht zuletzt zum Gedankenaustausch in die Grenzgemeinde. Zur Sprache kamen in der KZ-Gedenkstätte zukunftsweisende Aspekte.

Durchfroren und durchnässt setzten sich am frühen Abend im Museumscafé Uli Grötsch, Marianne Schieder, Martin Burkert, Martina Stamm-Fibich, Gabriele Fograscher und Carsten Träger mit Gedenkstättenleiter Dr. Jörg Skriebeleit zusammen. Mit dabei waren der Störnsteiner Bürgermeister Markus Ludwig und Heinrich Rewitzer aus Vohenstrauß. Keinen Zweifel ließ die Runde am Aufgabenspektrum. Es gehe nicht darum, den Besuchern Asche aufs Haupt zu streuen und ein Büßergewand überzustülpen.

Steigendes Interesse

Im Vordergrund stehe neben dem Vermächtnis der toten und überlebenden Opfer vielmehr das Bewusstsein für geschichtliche Entwicklungen, die Bereitschaft sich mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen oder auch die Absicht, rechtem Gedankengut entgegenzutreten. Skriebeleit erzählte von den täglichen Erfahrungen: "Ohne erhobenen Zeigefinger lassen sich die Menschen von den zur Verfügung gestellten Informationen überzeugen, werden nachdenklich oder kommen ins Gespräch. Wie gut wir damit fahren zeigt sich am beständig wachsenden Interesse."

Nicht vergessen wurden auch internationale Kontakte: "Wir wollen nicht jammern oder klagen, aber eine Personalstelle wäre wichtig." Die erhoffte positive Entwicklung gab es für das neue Seminarhaus. Es wird intensiv für Tagungen und Veranstaltungen genutzt. Kulturelle Themen sollen einen noch höheren Stellenwert bekommen. Geradezu überwältigende Eindrücke gibt es beim Betrieb des "Museumscafès" durch das Heilpädagogische Zentrum Irchenrieth: "Es war eine gute Entscheidung, dass sich gerade an einem solchen Ort behinderte Mitmenschen um die Gäste kümmern."

Warten auf NPD-Verbot

Vor dem Termin in trockenen Räumen ließen sich die Abgeordneten vom Regen und von Windböen nicht beeindrucken. Am Gedenkstein des SPD-Bezirksverbandes im Tal des Todes setzte sich Burkert mit einer aktuellen Thematik auseinander: "Wir brauchen Wohnraum und nicht Lager für Menschen, deren Wohnungen in der Heimat zerbombt und zerschossen wurden. Sie mussten fliehen und suchen Zuflucht, so wie einst viele Menschen aus Angst vor den Nazis in anderen Ländern um Asyl baten." Noch immer stehe zudem das Verbot der NPD aus: "Eine Partei, die unverhohlen wieder das Gedankengut der Nazis verbreitet."
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