Speinshart.
Kurz notiert Aus der Werkstatt eines Dichters

Er trug nicht nur seine Texte vor: Mit Bildern und persönlichen Schilderungen gab Heiner Brückner bei der Lesung aus seinem Gedichtband "rede, erde" im Kloster Einblicke in den Schaffensprozess, der einem druckfertigen Gedicht vorangeht. Dem Publikum vermittelte er auf diese Weise eine große Achtsamkeit im Umgang mit Sprache, die im Alltag oft viel zu kurz kommt.

Der Bayreuther Schriftsteller ist in Speinshart kein Unbekannter mehr. Ob mit Eindrücken vom Berg Athos oder mit heiteren Geschichten über Pfarrer: Brückner versteht es, Erlebnisse ins Wort und aufs Papier zu bringen. Bei der Lesung ließ sich Brückner dabei über die Schulter schauen. Was inspiriert ihn dazu, ein Gedicht zu schreiben? Welche Formulierungen und Wortspiele gehen im Kopf um, ehe daraus ein literarischer Text wird? Anhand von Landschafts- und Naturfotos demonstrierte er, wie die Natur ihn inspiriert und zu ihm zu sprechen beginnt.

Bei einem anderen Text zeigte Brückner auf, wie durch die Umstellung von Buchstaben neue Sinnzusammenhänge entstehen. "In meinem Kopf entwickeln die Wörter und Buchstaben ein Eigenleben. Sie werden dann lebendig und setzen sich neu zusammen", verriet er den Zuhörern.

Heiner Brückner arbeitete viele Jahre als Korrektor und sah als solcher Texte für Zeitungen und Bücher auf Rechtschreib- und Satzzeichenfehler hin durch. Bei der Lesung wurde deutlich, wie sehr ihn der jahrzehntelange Umgang mit Sprache hellhörig gemacht hat für ihren Reichtum und die Bedeutung der Wörter.
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