Sperrstunde fürs Festival

Ich fände es ein katastrophales Signal, wenn wir das Kneipenfestival einfach einschlafen lassen.

Es sieht aus, als wäre das zehnte auch das letzte Kneipenfestival gewesen: In der Hauptversammlung des KEM-Verbandes fand sich niemand, der 2015 die Organisation übernimmt. Ein "katastrophales Signal", findet Bürgermeister Werner Nickl.

Kemnath. (stg) Es läuft nicht mehr rund beim Kneipenfestival: Elmar Högl, der scheidende Vorsitzende des KEM-Verbandes, stellte in seinem Jahresbericht fest, dass der Besucherandrang nachgelassen habe. Als Gründe verwies er auf das "annähernd gleiche Musikangebot der vergangenen Jahre", die immer weniger werdenden Teilnehmer sowie die Gleichgültigkeit einiger Wirte.

Für das laufende Jahr sei der 13. September in den Veranstaltungskalender als Termin eingetragen. "Die Frage ist aber: Geht es weiter oder ist es gestorben?", betonte Högl. Seiner Ansicht nach müsse man sich im Klaren sein, dass ein "Aussetzen" gleichbedeutend mit dem Ende der Veranstaltung sei.

"Fadenscheinige Gründe"

Armin Schinner hob das Problem hervor, dass sieben Stadtplatz-Anlieger nicht mitgemacht haben - "teils aus fadenscheinigen Gründen". Der Gastronom scheute sich auch nicht davor, das Adjektiv "lahmarschig" zu benutzen. Dabei seien doch die Nutznießer jene, die ihre Kneipe am Stadtplatz haben und ohne großen Aufwand mitmachen könnten.

Direkt angesprochen fühlte sich Max Lehner: Er wies darauf hin, dass bis vor drei bis vier Jahren alles gut geklappt habe. Dann sei aber die Zoiglstube schräg gegenüber über das Ziel hinausgeschossen, habe ein "Open Air" daraus gemacht und somit dafür gesorgt, dass die Kaffeehausmusik vollends unterging. "Und wenn man einige Male draufzahlt, dann macht man nicht mehr mit", stellte Lehner fest.

Sowohl Högl als auch Bürgermeister Werner Nickl führten aus, dass hier damals Einiges aus dem Ruder gelaufen sei. Entsprechend seien seit damals klare Regeln aufgestellt worden, an die sich auch der Betreiber der Zoiglstube halten müsse. "Ich fände es ein katastrophales Signal, wenn wir das Kneipenfestival einfach einschlafen lassen", betonte der Bürgermeister. Und auch Högl warb nochmals: "Wenn alle mitmachen, könnten wir etwas Gigantisches auf die Beine stellen."

Einige wollen, andere nicht

Die Abfrage Högls bei den anwesenden Wirten brachte ein heterogenes Bild: Die einen wollen auf alle Fälle aussetzen, andere machen auf alle Fälle mit, andere machen mit, wenn sich ein Organisator findet und sie selber keine Arbeit damit haben. Ob sich die Gastwirte demnächst nochmals separat zusammensetzen werden, blieb in der Sitzung offen. Insgesamt also schwierige Vorzeichen für ein erfolgreiches Kneipenfestival im September ...
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