Spielraum für hohe Tilgungen

Wenn die Einnahmen unvermindert sprudeln und die Ausgaben nicht anschwellen, dann könnten die Wasserversorger der Schmidtstadt-Gruppe ihre Schulden 2016 und 2017 ordentlich eindampfen. Sieben Jahre nach der bisher letzten Gebührenkalkulation sieht die Kämmerei in dieser Hinsicht Handlungsbedarf.

2015 kommt der Zweckverband ohne neue Kredite aus und baut seine alten Schulden um 29 000 auf 166 264 Euro ab. Kämmerin Ingrid Plickert trug den Haushaltsplan der Zweckverbandsversammlung vor.

An Einnahmen aus Wassergebühren rechnet sie mit 156 650 Euro. 2014 verbrauchten die Kunden 45 990 Kubikmeter. Sie bezahlten dafür jeweils 2,50 Euro bei einer jährlichen Grundgebühr von 120 Euro. Für die Personalkosten kommen von anderen Versorgungsgruppen 59 400 Euro herein. Der Werklieferungsvertrag mit der Gemeinde Hirschbach lässt 13 800 Euro erwarten. Zuletzt habe Hirschbach weniger Wasser abgenommen; 2014 waren es noch 16 403 Kubikmeter.

Einkauf bei den Nachbarn

Für sein Personal gibt der Zweckverband 77 350 Euro aus. Bei der Wasserversorgung Neukirchen und der Bachetsfeld-Gruppe kauft er voraussichtlich für 52 400 Euro ein. Der Wasserbezug sinkt: 2014 lieferte Neukirchen 16 666 Kubikmeter, die Bachetsfeld-Gruppe 47 130 Kubikmeter. Erstattungen an andere Gemeinden und Wasserversorgungen für Arbeitseinsätze schlagen voraussichtlich mit 24 850 Euro zu Buche.

Für die Zuführung zum Vermögenshaushalt bleiben 33 700 Euro übrig. Außerdem fließen dort noch 60 500 Euro an Verbesserungsbeiträgen aus der Sanierung des Leitungsnetzes München-Buchhof ein. Herstellungsbeiträge für Neuanschlüsse spülen 20 150 Euro in die Kasse.

Rücklage erhöht

Unter Ausgaben erscheinen 29 000 Euro für die ordentliche Tilgung. Kleinere Beträge schießt die Schmidtstadt-Gruppe für eine Hydrabox, ein GPS-Gerät und einen Mäher. Sie teilt sich diese Anschaffungen mit anderen Gemeinden und Zweckverbänden. Den allgemeinen Rücklagen werden 41 600 Euro zugeführt. Aus dem Haushaltsjahr 2013 muss noch ein Soll-Fehlbetrag in Höhe von 37 800 Euro ausgeglichen werden.

Bei einer gleichbleibenden Einnahmen- und Ausgabensituation wären in den Jahren 2016 und 2017 hohe Tilgungen möglich, ergänzte Ingrid Plickert. Der Schuldenstand könnte bis auf 60 000 Euro zurückgeführt werden. Sie wies aber auch darauf hin, dass Gebühren und Beiträge neu gerechnet werden müssten. Die letzte Kalkulation war 2008 erfolgt.

Die Rücklagen erhöhen sich bis Ende 2015 von 33 000 auf 73 000 Euro. "Trotz der beachtlichen Investitionen in den letzten Jahren stellt sich die Haushaltslage des Zweckverbands solide dar", betonte Winfried Franz. Er betonte, an der Tilgungsdisziplin festzuhalten. Der Verbandsrat beschloss einstimmig den Haushalt 2015 bei 306 750 Euro im Verwaltungshaushalt und 228 500 Euro im Vermögenshaushalt.

Weiter mit Normalstrom

Verbandsvorsitzender Winfried Franz informierte darüber, dass weiterhin Normalstrom für den Betrieb der Wasserversorgung bezogen werde. Ökostrom hätte mehr gekostet.
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