Spielraum für Vereinsförderung

Aktivitäten für Kletterer in Auerbach finden auch in der weiteren Umgebung Aufmerksamkeit. Überregionale Veranstaltungen sollte die Stadt verstärkt unterstützen, schlugen die Freien Wähler in ihrem Antrag zur Vereinsförderung vor. Bild: swt

Die Frage "Wer hat's erfunden?" taucht nicht nur in Werbespots auf. Politiker sprechen auch gelegentlich darüber. Der Auerbacher Stadtrat hielt sich am Mittwochabend nicht lang damit auf, denn klar ist: Alle wollen mehr für die Vereine tun.

Angeregt diskutierte der Stadtrat den Antrag der Freien Wähler/Aufschwung Auerbach, die Vereine künftig mit einem höheren Satz finanziell zu unterstützen und ein Regularium für die Bearbeitung der Anträge zu schaffen. CUU und CSU schrieben sich die Idee zunächst auf die eigenen Fahnen. Alle Fraktionen waren sich aber schon seit längerem einig, hier zu handeln.

Holger Eckert, stellvertretender Fraktionssprecher der FW, stellte die Eckpfeiler des Antrags vor. So soll im Haushalt ein Posten mit 20 000 Euro festgestellt und die bisherige Fünf-Prozent-Förderung auf 10 000 Euro begrenzt werden. Eckert möchte vor allem Vereine unterstützen, die durch ehrenamtliches Engagement auch überregional tätig werden oder an überregionalen Veranstaltungen teilnehmen. Partnerschaften und Jubiläen sollen ebenfalls in den Genuss kommen, Parteien oder Religionsgemeinschaften dagegen leer ausgehen. Zweimal im Jahr würde die Gelegenheit bestehen, einen Antrag zu stellen, der vor Beginn der Maßnahmen eingehen muss.

Verwaltung kann's allein

Die CUU mit Josef Lehner begrüßte den Vorstoß, zeigte sich aber überrascht, dass dieser Antrag nun von den Freien Wählen kam: "Johann Kaiser hat mehrfach angemahnt, dass wir eine Satzung brauchen." Lehner schlug vor, dass ein Mitglied jeder Fraktion die Ausarbeitung begleitet. Bürgermeister Joachim Neuß meinte, die Verwaltung könne das schon alleine. Diskussionen über etwaige Entwürfe seien erwünscht.

Für die SPD sprach sich Dr. Edmund Goß gegen ein Regularium aus, das alle Eventualitäten abdecken wolle. "Wir brauchen kein enges Korsett, sondern sollten die Maßnahmen im Stadtrat diskutieren, im Zweifelsfall Anträge, die die Jugendförderung betreffen, vorziehen und die Überregionalität prüfen", regte er an. Jubiläumsfeiern der Vereine solle die Stadt nicht bezuschussen. Auch die Partnerschaften mit Frankreich oder dem Patenboot hätten bereits eigene Kostenstellen. Im nächsten Haushalt solle ja ein kulturfördernder Posten geschaffen werden.

Einfach und schlank

Herbert Appl von der CSU bekräftigte, ein Regelwerk müsse her, gab der SPD aber recht, dass dieses einfach, schlank und aussagekräftig sein müsse. Die Kostenstellen für Partnerschaften im Haushalt sollten dann ebenso angepasst werden.

3. Bürgermeister Norbert Gradl erklärte, dass man sich wohl einig sei, die Vereinsförderungen zu erhöhen. Die finanziellen Möglichkeiten gäben dies her. Dies solle aber kein Freibrief für die Zukunft sein, da niemand wisse, wie die Finanzen in zehn Jahren aussehen. "Wir sollten mit gesundem Menschenverstand entscheiden." Der gleichen Meinung war Bernd Scheller von den Grünen. Auch als Vorsitzender des größten Auerbacher Sportvereins erklärte Uwe Ditz (CSU), dass die Ehrenamtlichen schon sehr lange auf eine Regularium der Stadt warten würden.

Einstimmig gab der Stadtrat schließlich dem geänderten Beschlussvorschlag statt, stimmte dem Antrag grundsätzlich zu und beauftragte die Verwaltung, eine Förderrichtlinie nach den Vorgaben des Antrags zu erarbeiten.
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