Spitzhut statt Zwiebel

Eine Ortsansicht, die nur wenige Leute kennen: Im rechten Bilddrittel ist die Simultankirche zu sehen. Eingezeichnet wurde weiter links das neue katholische Gotteshaus. Tatsächlich entstand es allerdings ohne Verputz und ohne Zwiebelturm. Repro: nm

100 Jahre ist die Pankratiuskirche schon alt. Gefeiert wird das Jubiläum der Grundsteinlegung für das katholische Gotteshaus aber erst Ende September. Zum runden Geburtstag kommt Bischof Rudolf Voderholzer in die Grenzgemeinde.

Am 13. Juli jährte sich der Baubeginn der Kirche zum 100. Mal. Pfarrer Georg Gierl und Kirchenpfleger Josef Völkl haben bereits die Einladungen für die Festlichkeiten versandt. Sie erstrecken sich über zwei Tage und starten am Samstag, 26. September, um 17.30 Uhr in der Mehrzweckhalle. In geselliger Atmosphäre gibt es Gelegenheit, auf die 100-jährige Geschichte des Gotteshauses und das Leben in der Pfarrei zurückzublicken.

Einen Tag später geht es in der Pankratiuskirche weiter. Am Sonntag, 27. September, um 10 Uhr trifft Bischof Rudolf Voderholzer ein und zelebriert das Pontifikalamt. An den Gottesdienst schließt sich im Kirchhof ein Empfang an. Dabei bietet sich Gelegenheit, mit dem geistlichen Würdenträger aus Regensburg ins Gespräch zu kommen.

Gotteshäuser existieren in Flossenbürg schon deutlich länger als ein Jahrhundert. Schon im ältesten Teil der Burg, dem Wohnturm, soll es eine Kapelle gegeben haben. Von 1716 bis 1718 bauten dann evangelische und katholische Christen gemeinsam ein neues Gotteshaus. Sie nutzten es miteinander bis in das 20. Jahrhundert hinein. 1915 legten die Katholiken schließlich den Grundstein für eine eigene Kirche.

Unverputzt blieb die Fassade aus Granit-Mauersteinen. Einen Zwiebelturm sahen die ursprünglichen Pläne vor. Die dann aber aufgesetzte Spitze fiel weitaus bescheidener aus. Ganz so negativ macht sich das allerdings nicht bemerkbar. Die veränderte Optik hat ihre Reize, und das bis in die Gegenwart. Wie es hätte sein können, das führt eine kaum bekannte Fotografie vor Augen. Sie entstand noch vor dem Bau der Pankratiuskirche. Ganz realistisch ist das Bild nicht. Der unbekannte Fotograf zeichnete die Kirche entsprechend den ursprünglichen Plänen, und sogar mit Zwiebelturm, in die Ortsansicht ein.
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