Spitzzüngige Schwestern

Hans Wildner (links) nahm einen Beruhigungsschluck, um nicht das nächste Spott-Opfer der "Feschen Moidla" zu werden. Doch Gabi Gäbelein und Grete Mark-Blödt (von rechts) derbleckten lieber Gäste im Publikum. Bild: war

Normalerweise schenkt ein Bruder Barnabas dem Volk beim Starkbierfest flotte Sprüche ein. In Kohlberg übernahm das ein Frauenduo. Und wie.

Die Fahrzeughalle war gut besucht. Auch die Nachbarwehren aus Hannersgrün, Etzenricht und Weiherhammer ließen sich sehen. Die Verse zu Bier und Brotzeiten servierten Gabi Gäbelein und Grete Mark-Blödt unter Regie von Carmen Prechtl nach 22 Uhr. Die Sprüche-Schwestern nannten sich "Fesche Moidla".

Bürgermeister Rudolf Götz, den das Duo nach eigener Aussage im Vorjahr geschont hatte, kam zunächst als Unternehmer, der von Weiden nach Artesgrün umzog, ins Visier: "In die Firma kannst du mit dem Fernglas vom Schlafzimmer aus zoomen, und du siehst, ob deine Geschäfte boomen."

Platz für Andreas

"Es wurde gerätselt, ob die Wände wohl nicht mehr alle fertig geworden sind." Diese Frage bezog sich auf die Gestaltung des Innenraumes des neuen Pfarrheims und wurde mit dem Ausdruck "die Moderne" gleich beantwortet. "Dann kauft doch Bonsai-Bäume ein, die bleiben immer so schön klein" rieten die "Moidla" der Kirchenverwaltung für die Neubepflanzungen, die den Abholzungen auf dem Friedhof folgen sollen. Etwas Wehmut schwang mit, als der verwaiste Pfarrhof, in den ein Ruhestandspfarrer einquartiert werden soll, zum Thema wurde: "Da fällt uns der Andreas ein, er könnte wieder im alten Pfarrhof sein. Für die Pfarrei wäre es ein Segen, doch wir glauben, wir stehen eher wieder im Regen." Und zu den Einkaufsmöglichkeiten: "Denn dazu in die Ferne reisen sind die Kohlberger schon gewohnt, ob sich dann noch ein Dorfladen lohnt?" "Brötchen, Wurst und Allerlei, sind jetzt in Kohlberg ganz vorbei", kommentierten sie die Schließung der Metzgerei Frieser. Bessere Chancen räumte das Duo dem Edeka-Standort in Etzenricht ein. "Der Platz wär praktisch, liegt am Weg, so dass für viele nichts entgegen steht."

Brisante Vorkommnisse aus den Dörfern kamen auch nicht zu kurz. "Auf Facebook kann man lesen, dass die letzte Kirchweih in Weißenbrunn gewesen." Die Nachricht wurde tags darauf überholt, als die " Kirwaleit" die "freundliche Übernahme" für das beliebte Fest antraten.
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