Sprengstoff kam niemals an

Der "kalte Krieg" in Europa endete vor 25 Jahren mit dem Fall der innerdeutschen Grenze. Vielerorts existieren noch Relikte aus dieser Zeit, die heute unter Denkmalschutz stehen. "Explosives" gibt es auch am Beselberg zu sehen.

Einige Beispiele, die rund um Bachetsfeld liegen, zeigten Kreisheimatpfleger Mathias Conrad und Wallmeister Andreas Götz auf einer Wanderung im Programm der Volkshochschule.

Am Scheitelpunkt der Kreisstraße A 1 südlich von Bachetsfeld steht eine Infotafel, die erklärt, was es mit der hier angelegten Straßensperre auf sich hatte. Hier schilderte Conrad die Pläne der Nato, einen Einmarsch der Roten Armee durch die Zerstörung enger Straßenabschnitte oder Brücken zu verzögern.

Tiefe Schächte

Ohne großes Aufhebens darum zu machen, wurden im östlichen Bayern eine Vielzahl von Sperranlagen gebaut - allein im Landkreis an 53 Stellen. Es handelte sich jeweils um drei Schächte von fünf oder sechs Meter Tiefe. Sie sollten im Kriegsfall mit Sprengladungen bestückt werden. Sogenannte "Wallmeister", eine Sonderabteilung der Bundeswehr, kontrollierten diese Anlagen in regelmäßigen Abständen.

Die Vorgehensweise und technische Einzelheiten erklärte Stabsfeldwebel Andreas Götz Bescheid, der hier für diese Aufgabe zuständig war. Nach dem Fall der Mauer überwachte er den Rückbau der Sperranlagen.

Die Schachtdeckel sind zwar verschwunden, aber ihre Lage lässt sich noch durch Flickstellen auf der Straße erahnen. Für die Lagerung des benötigten Sprengstoffs wurden in gewissen Abständen Bunker gebaut. Auch diese sind zum Großteil verschwunden, aber einige wurden unter Denkmalschutz gestellt, um als Zeitzeugen an diese unselige Geschichte zu erinnern.

Versteckt im Wald

So führte die Exkursion bei einer Wanderung durch den herbstlichen Beselberg, wo an versteckter Stelle zwei in den Hang gebaute Lager, nur durch eine Stahltür sichtbar, erreicht wurden. Hier erklärte Andreas Götz die Sicherungsvorkehrungen, die einen Zutritt erlaubten. Mehrfache Türen, Gitter und Vorhängeschlösser verhindern unbefugten Zugang. Die Gruppe bekam dann beim Hinabsteigen ins Innere eine Vorstellung von diesen Räumen, die in all den Jahren der Bedrohung kein Gramm Sprengstoff gesehen hatten. Doch ein ausgeklügelter Plan hätte Abteilungen der Bundeswehr befähigt, diese Magazine zu bestücken.

Die Gruppe war von diesen Vorkehrungen, die zum Glück nie gebraucht wurden, beeindruckt und nahm gerne Abschied von einem dunklen Kapital der deutschen Geschichte.
Weitere Beiträge zu den Themen: Bachetsfeld (30)Oktober 2014 (9311)
2 Kommentare
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Heinz Rahm aus Weigendorf | 02.03.2016 | 14:00  
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Heinz Rahm aus Weigendorf | 02.03.2016 | 14:01  
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