Sprinter aus Gera peilt bei der Bahnrad-EM den ersten internationalen Einzeltitel an
Förstemann "sehr optimistisch"

Robert Förstemann hat ein klares Ziel: Der 27-jährige Sprinter will bei der Bahnrad-EM seinen ersten internationalen Einzeltitel gewinnen. Bild: dpa
Bisher hat Robert Förstemann vor allem mit seinen riesigen Oberschenkeln für Aufsehen gesorgt. Ein internationaler Einzeltitel ist dem Sprinter bisher verwehrt geblieben. Bei der Bahn-EM in dieser Woche auf Guadeloupe soll sich das endlich ändern.

Im Vorjahr war Förstemann schon ganz dicht dran, musste sich im Sprint-Finale aber dem Russen Denis Dmitriew beugen. Diesmal peilt der 27-Jährige bei den Bahnrad-Europameisterschaften im französischen Übersee-Department Guadeloupe den Titel an. "Ich bin sehr, sehr optimistisch", sagte Förstemann. Die Titelkämpfe von Mittwoch, 15. Oktober, bis Sonntag, 19. Oktober, in der Karibik sind gleichzeitig Auftakt der Olympia-Qualifikation.

Riesige Oberschenkel

Förstemann war schon Welt- und Europameister im Teamsprint, gewann 2012 zusammen mit René Enders (Erfurt) und Maximilian Levy (Cottbus) die olympische Bronzemedaille. Der Thüringer aus Gera hält zahlreiche Rekorde, weltbekannt ist er aber vor allem für seinen voluminösen Oberschenkelumfang von 72 Zentimetern. Im Einzel ist dem Bundespolizisten bei internationalen Meisterschaften bisher der ganz große Coup verwehrt geblieben.

"Robert ist sicherlich einer der stärksten Sprinter auf der Welt. Allerdings verlässt er sich zu oft auf seinen Antritt. Er lebt in erster Linie von seiner Kraft und fährt noch zu oft mit Krawall", sagte Bundestrainer Detlef Uibel über Förstemann, der seit 2006 zur Nationalmannschaft gehört. Trotzdem setzt Uibel in der Karibik in Abwesenheit von Vize-Weltmeister Stefan Bötticher (Chemnitz) vor allem auf Förstemann.

Hoffnung macht der ungewöhnliche Austragungsort. Statt wie üblich auf einer geschlossenen 250-Meter-Holzbahn wird in Baie-Mahault auf einer offenen 333-Meter-Betonbahn gefahren. Die Bahn ähnelt sehr der in Cottbus, wo Förstemann in den vergangenen Jahren fast unschlagbar war. "Längere Bahnen liegen ihm besser. Hier kann er auf der langen Zielgeraden durchaus Fehler, die er in der Sprinteröffnung gemacht hat, kompensieren", erklärte Uibel.

Neben den Bedingungen spricht die Formkurve für den Wahl-Berliner. "Im Kraftbereich konnte ich noch mal etwas draufpacken. Und auf der Bahn sind wir ein hohes Trainingspensum gefahren", sagte der Sprint-Favorit, der am zweiten EM-Tag als Anfahrer im deutschen Teamsprint-Trio seine erste Medaille anpeilt.

Sichere Titelanwärterin

Als sichere Titelanwärterin im 17-köpfigen deutschen Aufgebot gilt Kristina Vogel aus Erfurt. Nach drei WM-Titeln in diesem Jahr will die 23-Jährige ihre Siegesserie fortsetzen und zusammen mit Miriam Welte (Kaiserslautern) ihre Medaillensammlung im Teamsprint komplettieren. "Wir haben noch eine Rechnung offen", sagte Vogel. Das Duo hat zwar Olympia- und drei Mal WM-Gold, der EM-Titel fehlt aber bislang.

Im Ausdauerbereich ist nach dem zweimaligen Verpassen der Olympia-Teilnahme die Qualifikation des Männer-Vierers für Rio 2016 das große Ziel.
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