Spuk im Unterricht

Violetta bekam im Duell um das Schloss Unterstützung von Grundschülern als Geisterschar. Bild: rn

Klassische Musik eignet sich nicht für Kinder, und Opern schon gar nicht? Die Sänger der Tournee-Oper Mannheim sind anderer Meinung. An der Markus-Gottwalt-Schule führten sie "Edgar, das gruselige Schlossgespenst" auf und bezogen die Schüler ein.

Wer ist gruseliger? Dieser Frage gingen Angehörige der Tournee-Oper Mannheim (TOM) in einer Kinderoper nach. Sie führten die Grundschüler der Markus-Gottwalt-Schule an klassische Musik heran. Eine farbenprächtige und themengerechte Kulisse stimmte 115 Schüler in der Turnhalle auf ein besonderes Erlebnis ein. Es begann mit dezentem Trommelwirbel und Gruselgeräuschen. Diese bildeten den Einstieg zum Opernerlebnis "Edgar, das gruselige Schlossgespenst". Ort des Geschehens war Schloss Kettenrasselstein.

Haken an der Sache

Edgar, ein waschechtes Gespenst, hatte dieses Geisterschloss von seiner Tante Agathe geerbt: Mit heiligen Hallen samt einer Arien singenden Gemäldegalerie, Bädern mit eiskalten kleinen Händchen und zahllosen Zimmern mit Ketten rasselnden Ritterrüstungen. Doch leider hat die Sache einen Haken. Und der präsentierte sich den Schülern in der Person von Violetta, dem ehemaligen Zimmermädchen von Tante Agathe. Violetta hält sich für die rechtmäßige Erbin und will das Schloss nicht kampflos aufgeben.

Edgar und Violetta, dargestellt von professionellen Sänger und Schauspielern der TOM, gehen nach zum Teil schwungvollen Szenen eine Wette ein. Ein Grusel-Duell soll entscheiden, wem das Schloss in Zukunft gehört. Und dann erscheint auch noch ein Notar. Er verkündet, dass die Familie Spinnenfleck Erbe des Schlosses sein könnte. Es kommt zum Arien-Duell. Begleitet wird es von Kettenrasseln, schwarzen Katzen, toten Ratten und Schlangen. Dazu gesellen sich eine ruhelos durch die Gänge wandelnde weiße Dame, herrenlose Ritterrüstungen sowie viel Musik durch die Operetten- und auch die Operngeschichte von Mozart bis Bizet.

Gebannt und mit leuchtenden Augen verfolgten die Schüler Musikfreunden bekannte Solovorträge wie "Auf in den Kampf Torero", "Mein Herr Marquis" oder vom "Haifisch bis zum Goldfasan" und auch das Trällern des Papageno.

Kindliche Geisterschar

Zum Ende der nicht ganz so gruseligen Kinderoper erlebten die Grundschüler noch eine Szene, bei der Mitschüler als quicklebendige Geisterschar auftraten. Sie sollten dazu beitragen, dass das Grusel-Duell zugunsten des überaus wandlungsfreudigen Zimmermädchens Violetta ausgeht. Nach Szenenende stellten sich Violetta und Edgar den Fragen der Schüler und verteilten Autogrammkarten.

Wie sie Lehrkräften und Elternbeiräten erklärten, werden Opern für Kinder angeboten, weil Kinder einen unbeschwerten Zugang zu Musik haben. Gerade auch zur "ernsten" Musik. Diese Unbefangenheit gelte es zu nutzen und zu fördern.
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