SpVgg SV zeigt zwei Gesichter

An Torchancen mangelte es der SpVgg SV Weiden in der ersten Halbzeit nicht: In dieser Szene verpasst Stürmer Ralph Egeter im Luftduell gegen Gästekeeper Florian Körner den Ball. Bild: A. Schwarzmeier

Bayernliga-Spitzenreiter SpVgg SV Weiden ist beim 3:2 (2:0) gegen die SpVgg Ansbach holprig in die Restrückrunde gestartet. Nach einer starken ersten Hälfte bauten die Schwarz-Blauen ab.

Weiden. (lst) Müsste man dem Tabellenführer ein Zeugnis ausstellen, dann würde das nach dem 3:2 (2:0)-Heimsieg am Samstag vor 260 Zuschauern im Sparda-Bank-Stadion gegen die SpVgg Ansbach so lauten: "Im ersten Halbjahr zeigte der aufgeweckte und stets mitarbeitende Schüler eine hervorragende Leistung. Im zweiten fehlte ihm der nötige Fleiß, er war unkonzentriert und erreichte mit Glück das Klassenziel."

Um Ausgleich gebettelt

Gegen eine sich nie aufgebende SpVgg Ansbach, die in der Endphase selbst mit zehn Mann ebenbürtig war, zeigte die SpVgg SV Weiden zwei völlig unterschiedliche Gesichter. "In der ersten Hälfte haben wir genau das gespielt, was wir uns vorgenommen haben", meinte Trainer Christian Stadler. "Dann standen wir hinten überhaupt nicht mehr stabil und bettelten nach dem frühen Anschluss zu Beginn des zweiten Durchgangs um den Ausgleich. Die Verunsicherung kann ich nicht verstehen."

"Wir hatten keinen Zugriff mehr und haben die meisten Zweikämpfe verloren. Das darf uns nicht passieren", übte Kapitän Thomas Wildenauer, der neben Peter Schecklmann, Friedrich Lieder, Benjamin Burger und Ralph Egeter zu den besten Weidener Akteuren zählte, Selbstkritik.

Die Gäste suchten in der Anfangsphase munter den Weg nach vorne. Bis zur dritten Minute: Über Wildenauer landete der Ball bei Lieder, dessen Pass genau in die Schnittstelle Egeter fand. Der Weidener Mittelstürmer vollstreckte aus zwölf Metern ins rechte Eck. "Da war unser Plan über den Haufen geworfen", ärgerte sich Gästetrainer Andreas Heid. Der Coach gestand ein, dass seinem Team die Bodenverhältnisse zu schaffen machten. "Wir haben in der Vorbereitung nie auf Rasen und auch nicht gegen hochklassige Gegner gespielt. Das war ein Fehler."

Und er musste mit ansehen, wie die Gastgeber die mangelnde Zuordnung in seiner Abwehr zum 2:0 ausnutzten. In der 24. Minute nahm der freistehende Burger eine Hereingabe von Thomas Schneider volley ab und hämmerte aus 14 Metern das Leder in die Maschen - 2:0 für Weiden. "Ich hatte dann echt Angst, dass wir einen richtigen Koffer bekommen würden", so Heid. Die Mittelfranken durften sich bei ihrem Schlussmann Florian Körner bedanken, der gegen den durchgebrochenen Christoph Hegenbart (31.) und anschließend gegen Schneider (33.) reaktionsschnell parierte. Und schon vor dem 2:0 hatte Egeter einen weiteren Treffer auf dem Fuß, verstolperte aber im Strafraum die Eins-gegen-Eins-Situation.

Ansbach trifft Pfosten

"Wir hätten 3:0 oder 4:0 führen müssen. Dann hätten wir uns das Leben wesentlich leichter gemacht", resümierte Weidens Kapitän Wildenauer. So aber mussten sich die Schwarz-Blauen durch die zweite Halbzeit zittern. Nach Wiederanpfiff zappelte nach nur 60 Sekunden der Ball erstmals im SpVgg-SV-Gehäuse. Fabian Döllinger hatte dabei die Abwehr ausgetanzt, ehe nach weiteren 120 Sekunden Christoph Hasselmeier den Pfosten anvisierte. "Wir wollten mehr in die Zweikämpfe gehen. Das ist uns gelungen. Auch mit einem Mann weniger", lobte Heid die Moral seiner Truppe. Die gab sich nach dem Weidener 3:1 nach 66 Minuten nämlich nicht auf. Marc Suttor hatte Egeter im Strafraum zu Fall gebracht und sah wegen dieser Notbremse Rot. Den Elfmeter verwandelte Thomas Schneider - eigentlich die Vorentscheidung.

Allerdings holte Michael Riester, so sah es der Schiedsrichter, dann Fabian Döllinger von den Beinen (72.). Den Elfmeter versenkte Hasselmeier zum Ansbacher 2:3 ebenso sicher. Wobei Riester nach der Partie Stein und Bein schwörte, seinen Gegenspieler nicht berührt zu haben. "Das war eine Schwalbe", schimpfte der Routinier. Was aber seinen Coach ärgerte, war die Tatsache, dass die Grätsche völlig unnötig war. "Danach haben wir den Sieg nur noch über die Zeit gerettet", so Stadler, dessen Forderung für die nächste Partie in Haibach lautet: "Mein Team muss zwei Gänge nach vorne einlegen."
Weitere Beiträge zu den Themen: SpVgg (24098)März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.