Stadler: Amberg hat mehr Druck

Timo Rost ist der Verzweiflung nahe: In so eine Situation will der Amberger Trainer am Samstag im Derby gegen die SpVgg SV Weiden nicht kommen. Bild: A. Schwarzmeier

März, steigt der Bayernliga-Schlager zwischen der SpVgg SV Weiden und dem FC Amberg. Die Trainer Christian Stadler (Weiden) und Timo Rost (Amberg) machen sich natürlich schon Gedanken zum Top-Spiel.

Amberg/Weiden. (lst) Es ist die von Fans, Verantwortlichen und Spielern erhoffte Konstellation, die es in der Geschichte beider Vereine noch nie gab. Wenn am Samstag (15 Uhr) am Wasserwerk die SpVgg SV Weiden und der FC Amberg zum traditionsreichen Oberpfalzderby antreten, treffen der Tabellenerste und -zweite der Bayernliga aufeinander. Der Umstand, dass beide Klubs verbissen mit zwei anderen Kontrahenten um den Regionalliga-Aufstieg kämpfen, verleiht dem Schlager zusätzlich Brisanz.

Herr Stadler, Herr Rost - welche Bedeutung hat für Sie das Derby am Samstag?

Christian Stadler: Nicht nur für meine Mannschaft und mich, sondern sicherlich auch für alle Fußball-Fans der Region ist diese Begegnung eine Riesengeschichte. Derbys sind ja immer was Besonderes, aber unter diesen Voraussetzungen ist es etwas, was man sicherlich nicht alle Tage erleben kann und darf. Der Stellenwert ist dieses Mal ungemein hoch.

Timo Rost: Für uns ist es sicher etwas Besonderes. Denn die Spiele gegen Weiden und Ammerthal sind für uns in der Saison immer absolute Highlights. Schon alleine wegen des Zuschauerinteresses und der sportlichen Brisanz. Dazu kommt diesmal eine Tabellenkonstellation, von der man als Fan nur träumen kann.

Ist es für Sie für den weiteren Saisonverlauf somit eine richtungsweisende Partie?

Stadler: Nachdem es vorne in der Tabelle ungemein eng zugeht, ist jedes der noch ausstehenden zehn Spiele richtungsweisend. Sollten wir verlieren, dann ist unsere Tabellenführung weg, aber Amberg nur einen Punkt vor uns. Sollten wir gewinnen, dann können wir zwischen den FC und uns ein Polster von fünf Zählern legen. Somit sehe ich den Druck eher bei Amberg, zumal ja auch der direkte Vergleich in der Endabrechnung eine Rolle spielen könnte.

Rost: Das muss ich verneinen. Für uns ist es dieses Match nicht. Denn die Bayernliga ist heuer vorne so stark und ausgeglichen, dass der Kampf um die Meisterschaft und den Aufstiegsrelegationsplatz bis zum letzten Spieltag spannend bleiben wird. Für uns gibt es im Derby drei Punkte zu holen, nicht mehr und nicht weniger.

Das Hinspiel Mitte August 2014 in Amberg endete 2:0 für die SpVgg SV. Haben Sie Angst vor Revanchegelüsten beziehungsweise hegen Sie welche?

Stadler: Revanchegelüste - das ist eigentlich ein blödes Wort. Fakt ist, dass sicherlich beide Teams gewinnen wollen. Der FC muss aber mehr als wir, wie ich schon sagte.

Rost: Die SpVgg SV erwischte uns damals in einer Phase, in der wir uns noch finden und unsere Neuzugänge integrieren mussten. Das ist nun abgeschlossen. Wir wollen uns die drei Punkte, die wir damals zu Hause verloren haben, nun wieder holen.

Charakterisieren Sie doch einmal Ihren Trainerkollegen?

Stadler: Ich habe vor Timo und seiner Arbeit ungemeinen Respekt. Schon als Spieler hat er eine ganz tolle Karriere hingelegt, die er jetzt als Trainer - Amberg ist ja seine erste Station - weiterführt. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten hat er aus seinen Spielern eine starke Einheit geformt. Mit seiner ruhigen und besonnenen Art hat er ein System etabliert, das dem FC den Erfolg gebracht hat. Das freut mich ungemein für ihn.

Rost: Ich schätze Christian als sehr schlauen Trainer ein. Denn er hat die zweite Hälfte der letzten Saison schon dazu genutzt, dass sich sein Team für diese Saison einspielen kann. Zudem hatte er heuer nur wenige Neuzugänge zu integrieren. Diese Eingespieltheit und der Teamspirit machten sich bis zur Winterpause äußerst positiv bemerkbar. Wobei nun aber auch die anderen Spitzenmannschaften eingespielt sind, so dass es für die SpVgg SV sicherlich nicht mehr so leicht werden wird. Auch wenn sich Weiden jetzt in den ersten beiden Partien etwas schwer getan hat, scheint die nötige Konstanz schon wieder da zu sein.

Welche Faktoren werden die Partie entscheiden?

Stadler: Ich denke, dass Kleinigkeiten so ein Spiel entscheiden werden. Denn beide Teams haben eine ungemeine Qualität. In beiden Kadern stehen Spieler mit großer individueller Klasse, die ein Spiel entscheiden können. Wichtig wird sein, weniger Fehler zu machen. Ich hoffe, dass nicht zu viel taktiert wird, sondern es ein offen geführtes Match mit vielen Torszenen wird.

Rost: Ich sehe es ähnlich wie Christian: Die Kleinigkeiten werden den Ausschlag geben. Beide Mannschaften haben eine unterschiedliche Spielanlage, was sicherlich ungemein interessant werden wird. Entscheidend wird sein, keine leichten Fehler zu machen, denn die werden sicherlich prompt bestraft.

Was wünschen Sie sich fürs Derby am Samstag?

Stadler: Für uns ist das A und O, dass wir weiter erfolgreich bleiben und die Serie des FC Amberg brechen. Auf alle Fälle haben es sich die Spieler beider Teams verdient, vor einem großen Publikum zu spielen.

Rost: Dank der Konstellation wünsche ich mir in Weiden eine volle Hütte. Wenn jetzt bei einem Spiel zwischen dem Ersten und Zweiten nicht viele Zuschauer kommen, dann weiß ich auch nicht mehr. Vor allem aber muss das Derby trotz der Rivalität und der Bedeutung fair bleiben.
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