Stadt entfernt bei Oberlind Riesen-Bärenklau
Hochgiftige Pflanze

An einem Feldweg zwischen Oberlind und Vohenstrauß hat sich fast unbeobachtet ein giftiger Riesen-Bärenklau (mit weißer Blüte) entwickelt. Eine Radlerin entdeckte die Pflanze und meldete dies der Stadt, die umgehend handelte und das Doldengewächs entfernte. Bild: dob
Bei dieser Pflanze ist allemal Vorsicht geboten, obwohl sie schön aussieht. Bei einem Waldgrundstück unterhalb eines Fischweihers zwischen Vohenstrauß und Oberlind entdeckte eine Radlerin zufällig den hochgiftigen Riesen-Bärenklau, auch Herkulesstaude genannt, informierte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer bei der Bürgerversammlung im Ortsteil Oberlind im Gasthaus Anzer die 20 Zuhörer.

"Hände weg von dieser Pflanze", warnte Wutzlhofer. Man sollte der Pflanze keinesfalls zu nahe kommen, denn in sämtlichen Pflanzenteilen sind sogenannte Furanocumarine enthalten, die nach Hautkontakt phototoxische Reaktionen hervorrufen. Diese können von Verbrennungen bis zum Kreislaufschock reichen. Höchste Vorsicht ist bei Kindern geboten, denn die Verbrennungen und Quaddeln verschwinden erst nach Wochen wieder. Häufig bleiben sogar Narben zurück. Vor allem der Kontakt bei Tageslicht und Sonneneinstrahlung führe zu extremen Hautreaktionen mit langjährigen Gewebeschäden der Haut.

Die Stadt reagierte deswegen und schickte einen Bagger zu dem Grundstück. Auf einer Fläche von rund 10 mal 20 Meter wurde das Vorkommen der Pflanze festgestellt. Sofortiges Handeln war angesagt, da sich die Pflanze bereits in voller Blüte befand. Außendienstleiter Karl Frey sorgte dafür, dass umgehend die Dolden abgeschnitten und als Sondermüll entsorgt wurden. Mit einer Raupe trennten die städtischen Arbeiter die Hauptpflanzen mehrere Zentimeter unter der Erdoberfläche vom Vegetationskegel, da die Pflanze dann abstirbt. Der Standort werde aber in den kommenden Jahren immer wieder kontrolliert.

Wo sich die Herkulesstaude ausbreite, sei kein Platz mehr für andere. Da sich der Keimling im Aussehen sehr stark von einer älteren Pflanze unterscheidet, sei hier doppelte Vorsicht geboten, mahnte das Landratsamt bereits im vergangenen Jahr mit einem Schreiben an die Kommunen. Eine einzelne Pflanze kann 10 000 bis 50 000 flug- und schwimmfähige Samen bilden, die bis zu zehn Jahre keimfähig sein können.
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