Stadt kommt ins Spiel

Leer stehen das ehemalige Hotel Goldner Löwe und das Kutscherhaus nebenan. Jetzt kommt aber wohl Leben in beide Gebäude. Die Stadt hat Interesse angemeldet, das Hotelgebäude zu erwerben. Das Nachbargebäude ist an Angehörige einer Interessentenfamilie aus dem Gastrobereich veräußert worden. Bild: swt

Düster wirken Fassade und Fenster, heruntergekommen das gesamte Haus. Seit Anfang des Jahres die Insolvenz des Hotels Goldner Löwe in Auerbach kam, fehlt es an jeglichem Leben im traditionsreichen Gastronomiebetrieb. Jetzt gibt es Signale für einen neuen Anfang.

Im Januar wurde das vorläufige Insolvenzverfahren über das Vermögen der Hotel Goldner Löwe GmbH angeordnet. Der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Stefan Puhlmann, verfügte Ende Februar die endgültige Schließung, da ein weiterer Betrieb nicht möglich war. Auch die Metzgerei musste aufgeben.

Ziel müsse es sein, den Geschäftsbetrieb auf einen neuen Betreiber zu übertragen, erklärte der Insolvenzverwalter damals: "Für einen neuen Betreiber, gegebenenfalls mit einem neuen Konzept sehe ich gute Chancen." Eine Nachfrage im Juni ergab keinen neuen Stand.

Gespräche bestätigt

Interesse hatte bereits im Frühling eine Hoteliersfamilie aus der Region signalisiert. Verhandlungen mit dem Eigentümer, der Familie Ruder, waren aber im Sand verlaufen. Bürgermeister Joachim Neuß bestätigte damals gegenüber der SRZ, dass es diese Gespräche gegeben habe.

Solides Hotel entwickeln

Nach seiner Einschätzung handelte es sich nicht um einen Investor, der den Kapitalertrag an vorderster Stelle sehe. Vielmehr sei es eine Familie, die in Auerbach ein solides Hotel mit einer gutbürgerlichen Küche entwickeln wolle.

"Dieses Konzept ist meines Erachtens gut durchdacht und wird von der Familie sehr zielstrebig und konsequent verfolgt. Ich gebe diesem Vorhaben große Chancen, zumal der Bedarf in Auerbach und der Region offenkundig ist und auch in unserem Hotelbedarfskonzept, das wir 2013 haben erstellen lassen, sehr klar belegt wird", erklärte Neuß damals. Von der SRZ erneut dazu befragt, wollte er sich zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht äußern.

Dennoch scheint sich in absehbarer Zeit eine Belebung für das Anwesen anzudeuten. Nach Informationen, die der Redaktion vorliegen, hat mittlerweile auch die Stadt Auerbach selbst Interesse an dem Gebäude. Nicht aber, um dort Asylbewerber unterzubringen, wie in Gerüchten gemutmaßt wurde. "Das war nie zur Debatte gestanden", betonte Neuß kürzlich bei einer Pressekonferenz, in der das ehemalige Schwesternwohnheim der St.-Johannes-Klinik als Durchgangsstation für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge vorgestellt wurde (wir berichteten).

Vorstellbar wäre, dass die Stadt das Rudergebäude erwirbt, um dort ihre Angestellten unterzubringen. Nämlich dann, wenn 2016 mit einem generellen Umbau des Rathauses begonnen wird. So sieht es zumindest die Planung vor. Auch das Schenkl-Schulhaus käme dafür in Frage. Eine ambulante Pflegefirma und eine Rechtsanwaltskanzlei, die bisher dort Räume nutzten, sind zwischenzeitlich ausgezogen.

Noch immer interessiert

Eine Nutzung des Ruderhauses setzt aber zunächst seinen Erwerb voraus. Als Besitzer des ehemaligen Hotels könnte die Stadt selbstständig über einen späteren Weiterverkauf verhandeln. Wie zu hören war, haben die Interessenten den Goldnen Löwen nach wie vor im Auge.

Einen Hinweis darauf liefert unter anderem der Besitzerwechsel im Nachbarhaus. Lange Jahre führten die Geschwister Schleicher - bekannt als "Kutscher-Moila" - dort ein Schreibwarengeschäft. Der neue Eigentümer soll in einem verwandtschaftlichen Verhältnis mit der Interessentenfamilie stehen. Nach einem Erwerb des Ruderhauses könnten beide Anwesen in die Planungen einfließen. Konkret wollte sich dazu aber im Moment niemand äußern.
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