Stadtrat denkt über Vorfahrt nach

Die vorfahrtsberechtigte Industriestraße ist deutlich breiter. Die nach rechts abbiegende Pressather Straße zur B 470 nutzen mehr Autos. Deshalb könnte sich die Vorfahrtsregel bald ändern. Bild: rn

Ändert sich an der Kreuzung der Pressather mit der Industriestraße die Vorfahrtsregel? Bislang haben die Autos auf der Industriestraße freie Fahrt. Wenn es nach der Straßenverkehrsordnung geht zu unrecht.

Bei einem Ortstermin des Stadtrates an der Kreuzung zeichnete sich so etwas wie Wechselstimmung ab. Eine Entscheidung soll es nun in einer der nächsten Sitzungen des Gremiums geben. Als Entscheidungshilfen sollen eine Verkehrszählung vom Oktober 2012 sowie Stellungnahmen der Polizei und der Verkehrsbehörde der Verwaltungsgemeinschaft dienen.

Vor allem die Verkehrszählung spricht dafür, dass derzeit die falsche Straße bevorrechtigt ist: Auf der Pressather Straße bei der US-Siedlung waren zwischen 10. und 15. Oktober 2012 einseitig 15 327 Fahrzeuge unterwegs. Vom 15. bis 22. Oktober registrierten die Zähler in der Industriestraße lediglich 5396 Fahrzeuge. Die Straßenverkehrsordnung legt nahe, dass die Straße mit mehr Verkehr auch die Vorfahrtstraße sein sollte.

Die Verkehrsbehörde verweist auf ein weiteres Argument: In der Industriestraße werde durchweg zu schnell gefahren, manche Fahrzeuge wären mit bis zu 90 Stundenkilometern unterwegs. Die Behörde vermutet, dass sich dies durch eine geänderte Vorfahrtsregel ändern würde. Außerdem bemerkt die Behörde: "Die einmündende Siedlungsstraße Unteres Meierfeld wäre bei einer Änderung der Vorfahrt nicht mehr Vorfahrtsstraße gegenüber dem aus der Pressather Straße kommenden links abbiegenden Verkehr." Als Nachteil einer Änderung führt die Behörde eine mögliche Verwirrung der Autofahrer an.

Die Polizeiinspektion verweist ebenfalls auf "Beschwerden über zu schnell fahrende Fahrzeuge auf der Industriestraße". Auch die Beamten glauben, dass sich dies mit der Vorfahrtsregelung ändern würde. Allerdings würde die Änderung wegen der abknickenden Vorfahrt an der Pressather Straße mehr Verkehrszeichen und Markierungen nötig machen. Außerdem weisen die Beamten darauf hin, dass eine neue Regelung für mehr Lärm und Abgase sorgen könnte: Lastwagen aus dem Industriegebiet müssten an der Kreuzung warten, um dann laut und qualmend wieder anzufahren.

Auch deshalb sprachen sich einige Anwohner bei der Runde gegen eine Änderung aus. Gleichzeitig beklagten sie sich über Raser auf der Industriestraße. CSU-Stadtrat Hubert Schug warnte außerdem vor einer Rückstufung der Einfahrt ins Industriegebiet.
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