Stadtrat genehmigt Zuschuss für eine 2012 angeschaffte Pistenraupe
Eine Ausnahme von der Regel

Kurz und schmerzlos ging die erste Stadtratssitzung im neuen Jahr über die Bühne. Am Mittwochabend tagten die Räte gerade mal 25 Minuten öffentlich. Einen Großteil davon sprachen sie über einen Zuschussantrag des Skiclubs Auerbach. Die Brettl-Fans hatten für 34 177 Euro eine Pistenraupe gekauft; weitere 2328 Euro gaben sie für eine Brandschutzmauer aus.

Erst im Dezember hatte der Stadtrat nach vielen Diskussionen beschlossen, dass Zuschussanträge vor der eigentlichen Investition eingereicht werden müssen. Weil der Skiclub die Pistenraupe schon im November 2012 angeschafft hat, schlug die Verwaltung vor, nur die Brandschutzmauer zu fördern.

Johann Kaiser (CUU), der vehement für eine Zuschussvergabe nach festen Normen plädiert hatte, legte als Erster sein Veto ein: Die Regelung sei noch nicht gültig gewesen, als der Antrag einging. Außerdem stehe der Skihang auch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Einen Tick später hatte sich Norbert Gradl (SPD) gemeldet, der ebenfalls an die Großzügigkeit des Stadtrats appellierte.

Schmunzelnd erklärte Herbert Appl (CSU), dass er einen ähnlichen Vorschlag ebenfalls schon gemacht habe. Allerdings wolle man einen Mitnahmeeffekt vermeiden. Er wundere sich, dass Hans Kaiser bei der Vorbesprechung aber keinen Ton über seine Absichten gesagt habe. "Ich sitze jetzt zwischen zwei Stühlen, denke aber auch an die Grundschule, die in Ortlesbrunn immer ihren Wintersporttag ausführt." Appl konnte sich vorstellen, von seiner grundsätzlichen Meinung abzuweichen.

Bürgermeister Joachim Neuß meinte dazu: "Ich denke, Sie haben sich alle das Weihnachtsgefühl bewahrt, großzügig zu sein. Der Skiclub kann sich jetzt Hoffnung machen, aber wir dürfen keine Präzedenzentscheidung fällen." Er und Kämmerer Bierl hatten im Hintergrund aber bereits gerechnet. Statt der im Beschlussvorschlag genannten Zuschusssumme von 116,40 Euro kamen sie auf den Betrag von 1708 Euro. Auf den Besucherrängen, wo auch Skiclubmitglieder saßen, war ein Raunen zu vernehmen.

Holger Eckert von den Freien Wählern bat als Sportbeauftragter um eine kurze Beratungspause, da sich seine Fraktionskollegen nicht einig waren. Absprechen musste sich Bernd Scheller in der Ein-Mann-Fraktion der Grünen nicht und hatte die Lacher auf seiner Seite. Einerseits verspüre er Bauchschmerzen, wenn er an die kürzlich formulierten Zuschuss-Regeln denke. Andererseits diene die Pistenraupe allen Auerbachern, wenn denn mal Schnee liegt. Deshalb signalisierte auch er sein Ja. Nach nur drei Minuten Beratung genehmigte schließlich der Stadtrat einstimmig den höheren Zuschuss. (Angemerkt)
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