Stadtrat informiert sich an der Hammermühle über Planung
Neue Brücke nimmt Rücksicht auf Linden

Nur Fahrzeuge unter drei Tonnen dürfen die 1957 gebaute und inzwischen altersschwache Creußen-Brücke bei der Hammermühle nutzen. Die Planung für einen Neubau ist weit fortgeschritten. Bei Hochwasser wird allerdings auch dieser zum Befahren tabu sein. Zur Zeit gleicht die Creußen zwar eher einem Bachlauf. Wegen ihres großen Einzugsgebiets schwillt sie bei längerem Regen jedoch bedrohlich an. Dann fluten die Wassermassen sogar den Hof des Mühlengebäudes. Bild: rn
Der Zahn der Zeit nagt an der Brücke über die Creußen neben der Hammermühle. Schon vor neun Jahren hatte eine Bauwerksprüfung einen "kritischen Zustand" und eine "erkennbare Durchbiegung" festgestellt. Deshalb kommt ein Neubau. Der Stadtrat traf sich nun zum vermutlich letzten Ortstermin an der alten, 1957 errichteten Brücke. Martin Kohl stellte dabei die endgültige Planung für das Ersatzbauwerk vor.

"Der Entwurf aus dem Jahr 2012 hatte noch einiger Klärungen bedurft", erklärte der Diplom-Ingenieur. Die Prüfung der Verkehrsbedeutung habe ergeben, dass ein einbahniger Ausbau ausreichend sei. Damit die beiden alten Linden erhalten bleiben können, müsse die neue Brücke 1,50 Meter flussaufwärts entstehen und die nördlich gelegene Flutmulde ebenfalls etwas nach Westen versetzt werden, erläuterte Kohl. "Für die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt geht dieses Vorhaben in Ordnung."

Er berichtete auch von Gesprächen mit dem Wasserwirtschaftsamt, nach denen der Durchlauf unter der Brücke erhalten bleiben müsse und diese bei Hochwasser nicht befahren werden dürfe. Mit fünf Meter Gesamtbreite werde die neue Brücke etwa einen Meter breiter als die alte, informierte der Ingenieur. Davon entfielen 3,50 Meter auf die Fahrbahn und jeweils 0,75 Meter auf die Borde. Die lichte Weite zwischen den Widerlagern betrage 7,80 Meter. Da bei Bohrungen ein tragfähiger Boden erst in fünf Meter Tiefe festgestellt worden sei, werden sechs Bohrpfähle erforderlich.

Kohl schätzt den Anfall von überflüssigem Material auf etwa 250 Kubikmeter. Im Flussmuschelbestand etwa 1,5 Kilometer flussabwärts sieht er kein Baurisiko. Die Kosten für das Vorhaben, einschließlich eines kleinen Grunderwerbs, beziffert er - wie 2012 errechnet - mit 130 000 Euro. Darin enthalten ist auch die Asphaltierung des "Hammermühler Brückenwegs".

Bürgermeister Peter Lehr merkte an, dass sich der Fördersatz auf 55 Prozent belaufe. Auf die Frage von Marcus Gradl zum Zustand der Mühlenbrücke - sie ist nicht im Besitz der Stadt - vermutete Kohl eine vertragliche Verpflichtung zum Bestandserhalt. Lehr sicherte eine Prüfung des Sachverhalts vor weiteren Entscheidungen des Stadtrats über den Bau der Creußen-Brücke zu.
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