Stäbchen rein, rubbeln, fertig

Mit dem Wattestäbchen nimmt sich der Proband selbst die Speichelprobe, die dann zur Typisierung erfasst wird. Die Aktion in Auerbach war ein Erfolg, betonen die Verantwortlichen des Vereins Hilfe für Anja. Bild: swt

Eigentlich sollte die Aktion erst um 11 Uhr beginnen, Michael Sporrer durfte aber schon ab 9.30 Uhr die ersten Spender begrüßen. 15 Jahre nach Beginn der Aktion Hilfe für Anja gab es wieder eine großangelegte Typisierungsaktion in Auerbach - und sie wurde ein Erfolg.

(swt) Auch die erste Aktion ihrer Art lief in der Bergstadt. 292 potenzielle Stammzellenspender ließen sich am Tag der Deutschen Einheit in der Auerbacher Mittelschule erfassen, erklärte der Vorsitzende Michael Sporrer nach dem erfolgreichen Tag gegenüber der Redaktion.

Genau festgelegter Plan

Perfekt organisiert fand die Typisierung in den Klassenzimmern nach einem genauen Plan statt. Zunächst ging es zu Datenerfassung, wo jeder Einzelne seine persönlichen Angaben in ein vorgefertigtes Formular eintrug. Zweite Station war die Vergabe der Typisierungsnummern. Dazu gab es einen kleinen Pappbecher.

Mit diesem durften sich die Spender zunächst an der dritten Station den Mund vorsichtig ausspülen. Dann entnahm jeder das steril verpackte Wattestäbchen. Einmal im Mundraum an der Backentasche kräftig rubbeln, dann das Stäbchen wieder an die Helfer reichen, die sie verpackten und für die Erfassung vorbereiteten.

Musikalische Unterhaltung

Letzte Station war die Quittungsausgabe per Computer. Wer wollte, konnte sich dann bei Kaffee und Kuchen noch über die Stammzellenspende informieren. Die Boaz'nhocker, eine Blechbläsergruppe der Knabenkapelle Auerbach, unterhielt die Spender und das Helferteam musikalisch. Vor 15 Jahren begann der Verein Hilfe für Anja mit seinen Typisierungen für Stammzellenspender. Das Schicksal der damals vierjährigen Leukämiekranken Anja Roith aus der Nähe von Hirschaid (Landkreis Bamberg) war der Grund, dass der Verein sich gründete und solche Aktionen organisierte.

Über 38 500 Leute wurden inzwischen für die weltweite Datenbank registriert. Mehr als 370 Spender konnten an Leukämiepatienten weltweit vermittelt werden. Anja konnte auch geholfen werden, sie erhielt 2011 eine Stammzellenspende. Derzeit macht die 19-Jährige eine Ausbildung bei der Bundesagentur für Arbeit zur Sachbearbeiterin.

Der Verein sei damals hoch erfreut gewesen, als das Vereinsziel erreicht war, doch es stellte sich kaum einer die Frage, wie es denn nun weiterginge. Zuviele Hilferufe hatte man zu bearbeiten. Ans Aufhören dachte keiner, erklärt Sporrer. Und so engagieren sich nach wie vor viele Helfer, um gemeinsam Typisierungsaktionen vorzubereiten und um möglichst viele mögliche Personen in die weltweite Datenbank zu bringen. Anjas Spender war ein junger Portugiese, den sie schon zweimal besucht hat. "Die Geschichte kann man im Buch 'Lebensretter gesucht', das der Verein geschrieben hat, nachlesen", so Sporrer. Typisieren lassen dürfen sich alle gesunden Menschen zwischen 17 und 55. Da die Kosten von den Kassen nicht getragen werden, ist der Verein auf Spenden angewiesen. (Konto: Raiffeisenbank Weiden, Iban: DE41 7536 0011 0007 5075 00).
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.