Standspur statt Datenautobahn

Ortsvereinsvorsitzender Hans Ram (rechts), die Gemeinderäte Augustin Berschneider und Herbert Scharl (von links) und Schriftführerin Sigrid Gebhardt (Dritte von rechts) bedankten sich bei Breitbandexperte Hardy Barth (Mitte) und Bürgermeisterin Brigitte Bachmann (Zweite von rechts) für die Informationen. Bild: sön

"Warum geht bei uns der Breitbandausbau so schleppend voran?". Diese Frage hatten die Ensdorfer Sozialdemokraten im Gepäck, als sie nach Schwend aufbrachen um sich von Bürgermeisterin Brigitte Bachmann und dem Breitbandexperten Hardy Barth in die Materie einweisen zu lassen.

(sön) "Der Datentransfer benötigt heute nur noch einen Bruchteil der Zeit, seit wir im Juli 2015 den Ausbau abschließen konnten", so Barth, "denn unsere Kommune hatte immer den nächsten Genehmigungsschritt vorbereitet, um keine Zeit zu verlieren." Der Elektronikfachmann und die Bürgermeisterin stellten den Besuchern die Aspekte des Themas Breitband dar. Birgland, bestehend aus 42 Ortschaften und Weilern, wurde mit zusätzlichen Knotenpunkten versorgt, so dass selbst für kleinste Orte eine große Beschleunigung im Datenaustausch erzielt wurde, berichtete Brigitte Bachmann. Sie gab sich überzeugt: "Straßennetz, Feuerwehr, Wasserver- und -entsorgung sowie die Schulbildung sind die Kernaufgaben einer Kommune. Die Versorgung mit einem leistungsfähigen Datennetz sehe ich als Pflichtaufgabe des Bundes."

Die eigene Situation analysierend stellte Gemeinderat Herbert Scharl fest: "Seit September 2014 hat sich im Ensdorfer Genehmigungsverfahren kaum Greifbares getan." Inzwischen hätten über tausend bayerische Gemeinden den gleichen Genehmigungsstand. Das führe zu zusätzlichen Verzögerungen. Von steigenden Preisen bei ausführenden Firmen ganz zu schweigen. "Schmidmühlen bekam am 13. Oktober 2015 den Zuwendungsbescheid - könnte Ensdorf ohne interkommunalen Zusammenschluss auch soweit sein?", fragt sich Gemeinderat Augustin Berschneider.

Schriftführerin Sigrid Gebhardt meinte, dass zu den vielen Möglichkeiten, die diese Technologie nicht nur Gewerbetreibenden, sondern auch Bürgern biete, viel zu wenig Öffentlichkeitsarbeit betrieben wurde. Für Vorsitzenden Hans Ram gibt es gerade in der Landwirtschaft erhebliches Potenzial: "Mit Hilfe der Datenübertragung auf den Ackerschlepper wird dort Dünger ausgebracht, wo er gebraucht wird. Das schont Geldbeutel und Grundwasser." Beim Pflanzenschutz verhalte es sich ähnlich. Unsere Landwirte könnten mit diesen Technologien heute umgehen, ist Ram überzeugt. "Es muss deshalb dafür gesorgt werden, dass sie dieses Wissen auch anwenden können."
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