Starker Dollar beflügelt Export

Über Vermarktungsmöglichkeiten durch Bayernhof, Greening-Vorschriften sowie Düngen und Pflanzenschutz informierte sich die Mitglieder der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsgetreide Amberg-Sulzbach bei der Frühjahrsversammlung im Gasthof Michl in Oberleinsiedl. Bilder: gf (2)

Dieser Beruf ist der älteste und wichtigste rund um den Globus, sagt Georg Straller und meint damit den Landwirt. Warum das so ist, begründet er auch: "Hunger haben die Menschen jeden Tag."

Der Vorsitzende der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsgetreide Amberg-Sulzbach betonte bei der Mitgliederversammlung aber auch, dass die Landwirte genügend Anstand hätten und sich bemühen würden, "nichts Schlechtes anzubieten". Auf die Bayernhof-Erzeugergemeinschaften gingen die Diplom-Ingenieure Rafef Al Sakar und Florian Petzenhauser ein. Sie sprachen von einem rasanten Umsatzanstieg in den vergangenen 25 Jahren. 1991 seien gerade einmal 5000 Tonnen Getreide vermarktet worden, vor zwei Jahren seien es über 400 000 Tonnen gewesen, so Al Sakar.

Produktion steigt an

Sechs Lager seien über ganz Bayern verteilt, meist angesiedelt in Industriezentren oder an Schifffahrtsrouten. Das Hafensilo in Regensburg habe eine Lagerkapazität von 23 000 Tonnen und schlage jährlich etwa 100 000 Tonnen um, im Hafen Straubing könnten 25 000 Tonnen eingelagert und 100 000 Tonnen umgeschlagen werden. Über diese Silos, aber auch über den Jurahafen in Mühlhausen und das Mainfrankensilo in Würzburg würden Nordafrika und Übersee beliefert. Als temperamentvoll und mit einigen Besonderheiten bezeichnete Petzenhauser die Ernte 2014. Gerade bei Mais sei der DON-Gehalt angestiegen, wobei man mit frühen Sorten, gezielter Bodenhygiene und früher Ernte gegensteuern konnte. Auch eine zügige Trocknung der Körner verhindere, dass sich Toxine weiter entwickeln könnten. Die letztjährige Weizenernte sei normal bis überdurchschnittlich mit vereinzelten Spitzenerträgen von zehn bis zwölf Tonnen pro Hektar gewesen.

Die Getreideproduktion in Deutschland sei von 47,4 im Jahr 2013 auf 52,4 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr gesteigert werden, in der EU von 302,6 auf 323,2 Millionen Tonnen. Weltweit blieb die Getreideproduktion nach Angaben des Referenten die vergangenen drei Jahre nahezu konstant. Der Getreideexport aus den EU-Ländern werde durch einen starken Dollar beflügelt, betonte Petzenhauser, denn alleine eine Kursschwankung um 0,3 Euro bringe bei einer Tonne Getreide einen um 34 Euro höheren Ertrag.

Eine gute Getreideernte baue Lagerbestände auf, hohe Exportmengen stützten den Preis. Auffällig sei, dass Fonds in Weizen-Futures einsteigen. Getreideproduzenten sollten den Weltmarkt trotz seiner Risiken als Chance nutzen und über Vorverträge und Teilmengenvermarktung ihr Einkommen festigen, so der Experte. Die Preise für Weizen seien gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben, Hülsenfrüchte wie Sojabohnen oder Erbsen seien mehr wert als der Markt hergebe, von seltenen Getreidesorten wie Emmer oder Einkorn sollte der Landwirt die Finger lassen.

Sinnlose Auflagen

Verärgert war Vorsitzender Georg Straller über den Gewässerschutz. Umweltvorschriften seien notwendig, aber Landwirte würden mit unzähligen sinnlosen Auflagen überzogen. Andererseits schere sich niemand darum, welche Mengen an Antibiotika die Bevölkerung heutzutage schlucke und dass diese Schadstoffe wieder im Abwasser landen, sich in der Kläranlage in Theuern ansammeln und letztlich in die Vils abgeleitet werden. (Hintergrund)
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