Statt Ende ein neues Kapitel

Wie geht es mit der Bücherei St. Anna weiter? Rosemarie Hierl (rechts) gibt die Leitung aus familiären Gründen ab. Die personelle Frage scheint sich jedoch zu entspannen. Zwei Frauen haben sich bereit erklärt, das Leitungsteam wieder zu verstärken. Bild: Völkl

Nach der Bücherei St. Josef schien auch die Bücherei St. Anna kurz vor dem Aus zu stehen. Doch nun kann sich das Blatt wenden.

Wernberg-Köblitz. (cv) Büchereien stehen und fallen mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern, dem Angebot und Räumen mit angenehmer Atmosphäre. Die katholische Pfarrbücherei St. Josef schloss bereits vor geraumer Zeit, die Ausleihzahlen waren nur noch gering. Nun schien die Bücherei St. Anna vor dem gleichen Schicksal zu stehen. In einer Bücherei-Info war im Dezember 2014 zu lesen, dass sich zum 31. März 2015 zwei Mitarbeiterinnen nach langen Jahren aus dem Leitungsteam zurückziehen. Trotz umfangreicher Bemühungen sei es bisher nicht gelungen, Ersatz zu finden. Sollte es dabei bleiben, könne die Schließung der Bücherei zu diesem Zeitpunkt zumindest nicht mehr ausgeschlossen werden. Wobei die Entscheidung natürlich bei der Trägerin der Bücherei, der Pfarrei St. Anna Wernberg, liege.

Nach 35 Jahren

Rosemarie Hierl, die nach 35 Jahren schon zum Inventar gehört, sorgt bisher in der Pfarrbücherei zusammen mit Andrea Wittke, Anita Schlögl und Andrea Preißer dafür, dass alles läuft. Im Jahresschnitt werden etwa 3500 Medien entliehen - zu moderaten Jahresgebühren: Die Familie zahlt 10, Erwachsene 5 und Kinder 2,50 Euro. Rosemarie Hierl wird sich aus familiären Gründen zurückziehen. Neben dem Schließen dieser personellen Lücke ist in den Räumen mehr Attraktivität gefragt. Doch daran wäre wohl nicht zu denken, wenn es am Grundstock, den Helfern fehlt.

Die Situation war auch kürzlich Thema im nichtöffentlichen Teil einer Marktratssitzung. Wie könnte die eventuell entstehende Bücherei-Lücke geschlossen werden? Wäre es eine Möglichkeit, die Schulbücherei stärker zu bestücken? Doch wie regelt man die Öffnungszeiten und die personelle Frage? Es gäbe auch noch Leerstandsgebäude. Erinnert sei zudem an das Ortsentwicklungskonzept, das auf längere Sicht einen Rathausneubau mit Bücherei favorisieren würde.

Personelle Lücke füllen

Doch nun scheint eine praktikable Lösung in Reichweite zu sein. Zwei Frauen haben ihre Bereitschaft signalisiert, ins Team der St. Anna-Bücherei einzusteigen. Rosemarie Hierl würde die Leitung in der Einarbeitungsphase noch beibehalten. Ideal wäre es, wenn sich weitere Helfer finden würden, um die Arbeit zu verteilen. Auf diesem Fundament würde es auch Sinn machen, Räume und Angebot attraktiver zu gestalten, um der Bücherei eine Zukunft zu geben. Inwieweit die Kommune mit ins Boot steigt, muss im Marktrat thematisiert werden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.