Stefan Linsmeier will im Auftrag der Stadt mit dem Jugendgremium an umtriebigere Zeiten ...
Neues Leben für die "Freiheit"

Stefan Linsmeier will den Jugendtreff in der Freizeitanlage auf Vordermann bringen. Bild: Hartl
Namen kursierten viele, aber vor allem die von Stadträten. Dass am Ende Stefan Linsmeier als neuer Jugendreferent das Rennen macht, ist gar nicht so überraschend, wenn man bedenkt, dass der 32-Jährige nach wie vor einen guten Draht zu Teens und Twens hat. Dass er ihnen als Polizist vielleicht auch mal auf die Finger klopfen muss, ist für ihn kein Problem.

Herr Linsmeier, wie haben Sie es geschafft, dass sich der Stadtrat einstimmig für Sie als neuen Jugendreferenten entschieden hat?

Linsmeier: Einer der Stadträte hat mich gefragt, ob ich Interesse hätte. Ich war ja selbst im Vorstand des Jugendgremiums. Nachdem ich mal darüber geschlafen hatte, konnte ich mir das ganz gut vorstellen. Da die Stadt volle Unterstützung signalisiert hat, macht es auch nichts, dass ich nicht selber Stadtrat bin.

Sind Sie denn politisch aktiv?

Linsmeier: Ich war früher bei der Jungen Union, aber als passives Mitglied.

Im Vorfeld hat es die Diskussion gegeben, die Bereiche Kinder und Jugend zu trennen. Wäre Ihnen das lieber gewesen?

Linsmeier: Nein, das gehört in eine Hand. Der Sprung vom Kind zum Jugendlichen erfolgt immer früher, nicht erst mit 16.

Sie sind Polizist. Kann es da nicht zu Konflikten kommen: auf der einen Seite der Vertrauensmann für Jugendliche, die auch mal Mist bauen, auf der anderen Seite der Beamte, den das Gesetz verpflichtet, Straftaten zur Anzeige zu bringen?

Linsmeier: Ich denke schon, dass das geht. Als Jugendreferent denke ich aber nicht permanent an junge Leute und mögliche Straftaten. Allerdings darf jeder wissen, dass ich Polizeibeamter bin und es in der Freizeit bleibe. Auch die Sache mit der Anzeigenpflicht ist klar.

Der Jugendraum in der Gramau, die "Freiheit", ist laufend in der Diskussion.

Linsmeier: Man sollte an diesem Treff festhalten. Andere Gemeinden würden sich nach so etwas wie der "Freiheit" die Finger abschlecken. Ich muss zusammen mit dem Jugendgremium dafür sorgen, dass dort immer Betrieb ist.

Wie könnte das aussehen?

Linsmeier: Ein wichtiger Punkt ist Teamarbeit. Mein Wunsch wäre es, dass sich Leute finden, mit denen die "Freiheit" wie früher einmal pro Woche am Abend drei bis vier Stunden offen hat. Das hat in den letzten Jahren nicht mehr geklappt, weil viele zum Studium weggegangen sind.

Wie viele Mitglieder hat das Jugendgremium noch?

Linsmeier: 20 bis 25, der Jüngste dürfte 17 Jahre alt sein.

Es hat aber erst vor Kurzem rumort, siehe der Streit um eine Bühne und der Rücktritt von Thomas Steiner.

Linsmeier: Das Team passt trotzdem gut zusammen. Ich fange komplett neu an, das ist alles vergessen.

In jüngster Zeit häufen sich Klagen über Vandalismus von Jugendlichen. Haben Sie eine Idee, wie das einzudämmen wäre?

Wenn es so einfach wäre, das zu stoppen, gäbe es nirgendwo Vandalismus. Man kann nur an die Vernunft appellieren, Sachen nicht zu zerstören, etwa in der Freizeitanlage. Sonst gibt es irgendwann keine Freizeitanlage mehr.
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