Steinwald-Allianz und Ikom Stiftland lernen beim oberpfalzweiten Treffen dazu
Netzwerken statt Kirchturm-Denken

Mit zum Erfahrungsaustausch in den Landkreis Amberg-Sulzbach gereist waren (von links) Steinwald-Allianz-Mitarbeiterin Christine Trenner, Allianz-Manager Martin Schmid, der Immenreuther Bürgermeister Heinz Lorenz, der Friedenfelser Bürgermeister Gottfried Härtl, Steinwald-Allianz-Vorsitzender Hans Donko sowie von der Ikom Stiftland Michael Schedl, Wolfgang Kaiser, stellvertretender Vorsitzender Klaus Meyer, Vorsitzender Roland Grillmeier und Waldsassens Bürgermeister Bernd Sommer. Bilder: hfz (2)
"Viele Herausforderungen der Kommunen können in einem Gemeindeverbund effizienter und kostengünstiger gelöst werden", ist Thomas Gollwitzer überzeugt. Der Behördenleiter vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberpfalz hatte zum ersten Informations- und Erfahrungsaustausch der Gemeinschaften zur Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) ins Schloss Theuern eingeladen. Mit dabei waren die zwei kommunalen Verbände aus dem Landkreis Tirschenreuth: die Steinwald-Allianz und die frisch gegründete Ikom Stiftland.

Neues "Wir-Gefühl"

Voneinander und miteinander lernen - das war der Zweck des Treffens im Kulturschloss Theuern, zu dem alle 15 Oberpfälzer ILE-Regionen erschienen waren. Ehrengast war der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner. Die Ländliche Entwicklung gehört seinem Ministerium an, weshalb er als wichtiger Unterstützer der ILE-Kommunen gilt. Er sprach von den Herausforderungen der Gemeinden, die in einem Netzwerk besser gelöst werden können - von einem neuen "Wir-Gefühl". Egal ob von sozialer, infrastruktureller oder ökonomischer Art: Durch die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg können viele Aufgaben effizienter und kostengünstiger gelöst werden, sagte der Minister.

Stolz auf Neugründungen

Deshalb war er besonders stolz darauf, dass 2015 gleich vier neue interkommunale Kooperationen im Bezirk gegründet wurden. "Diese können nun von dem Erfahrungsschatz so ,alter Hasen' wie der ILE Obere Vils-Ehenbach profitieren, die im nächsten Jahr bereits ihr 20-jähriges Bestehen feiert." Das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz betreut in den 15 Gemeinschaften über 120 Kommunen.

Ein Neustarter ist die vor einem Jahr gegründete Ikom Stiftland mit ihren Mitgliedsgemeinden Tirschenreuth, Mitterteich, Waldsassen, Bärnau, Plößberg, Konnersreuth, Mähring, Neualbenreuth, Pechbrunn und Leonberg. Schon seit elf Jahren verbunden ist der westliche Landkreis. Die Steinwald-Allianz mit den 16 Mitgliedskommunen Erbendorf, Kemnath, Waldershof, Falkenberg, Fuchsmühl, Wiesau, Brand, Ebnath, Friedenfels, Immenreuth, Kastl, Krummennaab, Kulmain Neusorg, Pullenreuth und Reuth wurde bei der Tagung sogar als eines von fünf Modell-Beispielen hervorgehoben.

Als Vorsitzender der Steinwald-Allianz stellte Erbendorfs Bürgermeister Hans Donko den Zweckverband mit Projektbeispielen vor. Ihm ging es vor allem um die spezielle Rechtsform der Steinwald-Allianz. Genau wie die meisten anderen ILEs ist seine Allianz als Arbeitsgemeinschaft gestartet. "Nach sechs Jahren haben wir 2010 allerdings in die Rechtsform eines kommunalen Zweckverbandes gewechselt - und bis heute nicht bereut." Das Besondere an dieser Rechtsform: Die integrierten Gemeinden könnten Aufgaben komplett an den Zweckverband geben.

Donko sah die anderen ILEs nicht als Konkurrenten, sondern wollte ihnen die Vorteile eines Zweckverbandes verdeutlichen. Schließlich gehe es nicht darum, einander zu kopieren, denn jedes Gemeindebündnis habe sein eigenes Potenzial. Über die jeweiligen Projekte konnten sich die Vertreter der einzelnen ILE-Regionen an Infoständen schlau machen.

Bio-Mohn-Öl am Stand

Den Stand der Steinwald-Allianz vertraten unter anderem der Vorsitzende Hans Donko, Allianz-Manager Martin Schmid und Huberta Bock vom Amt für Ländliche Entwicklung Tirschenreuth. Bei ihnen bekamen die Besucher nicht nur wertvolle Tipps, sondern konnten darüber hinaus das Bio-Mohn-Öl ihres Projektes "Öko-Modellregion" probieren.

Auch die Ikom Stiftland stellte ihren Gemeindeverbund mit den geplanten Handlungsfeldern vor. Da sie relativ neu in der "ILE-Familie" sind, ging es ihnen an diesem Tag auch darum, Anregungen für ihr gemeinsames Zukunftskonzept zu holen. "Es lohnt sich, erfolgreiche Projekte anderer kennenzulernen, aber auch von ihren Herausforderungen und Schwierigkeiten zu hören. Das schärft den Blick für die eigenen Vorhaben, motiviert und inspiriert", resümiert Minister Helmut Brunner das Zusammentreffen.
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