Stellungnahme des Fischereivereins

Bei der Genehmigung des neuen Wasserkraftwerks am Stausee "wurden viele Einwendungen nicht oder nur unzureichend berücksichtigt", teilte der Fischereiverein Neunburg am Donnerstag in einer Stellungnahme mit. Zusammen mit dem Bund Naturschutz und dem Landesfischereiverband soll nun eine mögliche Klage vor dem Verwaltungsgericht Regensburg geprüft werden. Die Frist für die Einlegung von Rechtsmitteln läuft bis 11. Januar.

Laut Robert Bäumler, im Fischereiverein zuständig für Naturschutzfragen, sei den Einwendern im Wasserrechtsverfahren eindringlich aufgezeigt worden, wie die Durchsetzung von sogenannten "Öko-Wasserkraftanlagen" an der Basis aussehe. Er erinnerte an die "Kartieraktion" im Frühjahr, bei der auf Antrag der Landeskraftwerke der See wegen der Erfassung der Muschelbestände abgesenkt und Tausende Muscheln verendet waren (NT berichtete). Niemand habe sich für die Überwachung dieser Aktion zuständig gefühlt. Bäumler kritisierte, dass das ganze Verfahren einseitig zugunsten der politisch motivierten Ziele der Wasserkraft geführt worden sei. Unter dem Projekt werde beispielsweise der Fremdenverkehr einer ganzen Region zu leiden haben, da während des Bauverlaufs einschließlich Absenk- und Aufstauphase weite Teile des Stausees fast ein Jahr trocken liegen würden.

Vorsitzender Michael Throner ergänzte, dass der Fischereiverein fundierte Einwendungen in das Verfahren eingebracht habe und dabei von Naturschutzverbänden und den Bayrischen Landesimmobilien als Eigentümer vollumfänglich unterstützt worden sei. "Gerade der Freistaat Bayern als Vorhabenträger soll hier mit gutem Beispiel vorangehen und ,seine' Pilotanlagen mit Umweltstandards wie Fischschutz, Restwasser und Durchgängigkeit ausstatten, die er auch von privaten Antragstellern fordert." Die Bedenken, dass sich die jährliche Algenblüte im See durch die Wasserkraftanlage deutlich verschlechtern werde, wären nicht ausgeräumt worden. Im jetzigen Bescheid seien sämtliche Untersuchungen erst nach Inbetriebnahme der Anlage vorgesehen. Dies widerspreche der zentralen Forderung des amtlich anerkannten Gutachters des Wasserwirtschaftsamtes Weiden, dessen Aussage Grundlage des Bescheides sein sollte. Robert Bäumler störte es, dass nach dem Motto "Zuerst wird gebaut, und dann wird geschaut" gehandelt werde. Jedem privaten Vorhaben würde die Genehmigung versagt, ehe nicht alle Bedenken ausgeräumt seien. (mp)
Weitere Beiträge zu den Themen: Dezember 2014 (1863)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.