Sterne für das Zimmerer-Handwerk: Neues Gütesiegel keine PR-Kampagne
"Meisterhaft" bürgt für Qualität

Die mit "Meisterhaft" zertifizierten Zimmerer der Innung Amberg-Sulzbach (von links): Bezirks-Innungsobermeister Thomas Deß, Referent Andreas Kraft, Herbert Kohl, Josef Donhauser, Gerhard Schuller, Josef Kiener, Christian Steger, Hans Vogel, Johann Albert Holzner, Georg Strobel, Karl Kohl und Rudolf Munker. Bild: gf
Fast 50 Betriebe der Zimmerer-Innungen Amberg-Sulzbach, Neumarkt, Schwandorf und Nordoberpfalz haben bei ihrer gemeinsamen Versammlung die Urkunden für "Meisterhaft" bekommen. Mit diesem Gütesiegel wird die langfristige Qualifizierung dieser Handwerksbetriebe dokumentiert.

Thomas Deß, der für die Oberpfalz zuständige Innungsobermeister, betonte, dass die Novellierung der Handwerksordnung vor elf Jahren den Meistertitel herabgestuft habe. Mit "Meisterhaft" steuere das Handwerk nun gegen. Das Gütesiegel sei keine Marketing- oder PR-Kampagne, sondern eine auf Dauer ausgelegte Qualifizierungsmaßnahme für Innungsbetriebe aus allen Bauberufen. Dieses dokumentiere die Bereitschaft, durch planmäßige und wiederkehrende Fortbildung dauerhaft qualitativ hochwertige Handwerksleistungen zu garantieren.

Die Zertifizierung sei freiwillig, so Deß, auch könnten nur Fachbetriebe teilnehmen, die einer Innung des deutschen Baugewerbes angehören. Der Firmeninhaber müsse einen Meistertitel oder eine vergleichbare Qualifikation vorweisen und mit einem Vollhandwerk in der Handwerkerrolle eingetragen sein. Etwa 600 Zimmerei- und Holzbaubetriebe hätten sich in Bayern bereits zertifizieren lassen und an regelmäßigen Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen. Drei Sterne bekommen Betriebe, die regelmäßig Infoveranstaltungen der Innungen absolvieren, vier Sterne setzen Tagesseminare zur Vertiefung betrieblicher Schwerpunkte voraus, fünf Sterne werden nur vergeben, wenn die Unternehmen durch unabhängige Prüfinstitute überwacht worden seien.

Der Bezirks-Innungsobermeister sprach einen Vorteil für die Bauherren an: Wenn Aufträge an zertifizierte Holzbaubetriebe vergeben werden, die über gut ausgebildetes Personal verfügen, das kontinuierlich weitergebildet worden sei und das Wissen und Können auf der Baustelle auch umsetze. Abschließend referierte Andreas Kraft vom Landesinnungsverband über neue Regeln zum Balkon- und Terrassenbau, Außenverkleidung sowie Holzschutz.
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