Sternstunde für die Oberpfalz

Christine Heß und Michael Laus sind verheiratet und führen gemeinsam das frischgebackene Stern-Restaurant "Soul Food" in Auerbach. Archivbild: swt

"Wir glauben es eigentlich nicht." Am Mittwoch war Michael Laus noch pessimistisch, dass der "Guide Michelin" seinem Restaurant einen Stern verleiht. Am Donnerstag kam dann die gute Nachricht für den Chef des "Soul Food" in Auerbach (Kreis Amberg-Sulzbach).

(nt/az/dpa) Eine "gewisse Hoffnung" sei geweckt, aber man wolle sich nicht zu früh freuen, meinte Christine Heß am Tag vor der Bekanntgabe der neuen "Michelin"-Sterne. Sie führt das "Soul Food" zusammen mit ihrem Ehemann Michael Laus. Das Restaurant wirbt mit "Spitzengastronomie zum kleinen Preis" und bietet eine kleine Speisekarte mit Produkten aus der Region.

Junges Team am Werk

Heß und Laus, der auch am Herd steht, haben sich im März 2012 mit dem Lokal einen Traum erfüllt. Er koche für die Gäste seine Lieblingsgerichte "mit viel Leidenschaft, Erfahrung und Perfektion, aber auch mit ein wenig Wahn und Verrücktheit", schreibt Laus auf der Website. Und beim Blick auf die Rubrik "Über uns" fällt sofort auf: Ein ganz junges Team ist hier am Werk. Der "Michelin"-Stern ist nicht die erste Auszeichnung für das "Soul Food": Das Restaurant hat unter anderem 15 Punkte im "Gault & Millau" und 6 Pfannen bei "Gusto" bekommen. Die anderen Sterne-Restaurants in der Oberpfalz können unterdessen ihre "Michelin"-Auszeichnungen halten: Das "Kastell" (Wernberg-Köblitz, Kreis Schwandorf) behält seine beiden Sterne, "Obendorfer's Eisvogel" (Neunburg vorm Wald, Kreis Schwandorf), das "Storstad" (Regensburg) sowie das "Gregor's" (Rötz, Kreis Cham) bleiben bei jeweils einem Stern.

In Bayern gibt es zwei weitere neue Sterne-Restaurants. Der "Landgasthof Buchner" im niederbayerischen Niederwinkling bei Bogen ist ein Traditionsbetrieb. Seit vier Generationen leitet Familie Achatz den Gutshof aus dem 16. Jahrhundert mit Restaurant, Vinothek und Hotel. Küchenchef ist der Sohn der Inhaber, Mathias Achatz, während sein Bruder Andreas als Sommelier tätig ist. Ein Auszug aus der Speisekarte: Bretonischer Hummer, Wildentenbrust mit Kartoffel-Orangenpürée, Pak Choi und Feigenjus oder hausgemachte Sorbets. Das Restaurant hat zudem 14 Punkte im "Gault & Millau".

Der zweite Neuzugang ist "Oswald's Gourmetstube" in Kaikenried bei Teisnach (Kreis Regen). "Landromantik im Bayerischen Wald" verspricht hier die Werbung: Gäste können in der Kuschelsuite oder im "Storchennest" logieren oder sich im Spa entspannen. Anschließend verspricht Küchenchef Thomas Gerber "Haute Cuisine" - delikate Speisen auf riesigen Tellern. Das Restaurant hat zudem vier Hauben im "Restaurant & Hotel Guide 2016".

Zweiter Stern fürs "Atelier"

Einen zweiten Stern gab es diesmal für das Restaurant "Atelier" im Münchener Luxushotel Bayerischer Hof. Das wurde bei der Präsentation des "Guide Michelin 2016" am Donnerstag in Berlin bekanntgegeben. "Atelier"-Küchenchef Jan Hartwig zählt mit 17 von 20 Punkten im "Gault & Millau" und einem "Michelin"-Stern bereits zum Kreis der Spitzenköche. Schmerzlich ist die Entscheidung der Tester für das Münchener "181 - First", das seinen bisherigen Stern mit dem Abschied des Spitzenkochs nun verloren hat.

In Bayern gibt es damit 48 Sterne-Restaurants. Spitzenreiter ist das "Überfahrt" von Christian Jürgens in Rottach-Egern mit drei Sternen. Neun Gaststätten locken mit zwei Sternen, darunter in München das Edelrestaurant "Tantris" und der Feinkost-Anbieter "Dallmayr" oder das "Restaurant Heinz Winkler" in Aschau im Chiemgau. 38 weitere Köche kommen auf je einen Stern. Damit spielt die Küche im Freistaat in der Liga der deutschen Spitzenrestaurants ganz vorne mit. Sehr viele Sterne-Restaurants gibt es auch in Nordrhein-Westfalen und vor allem in Baden-Württemberg.
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