Stiel- und Traubeneiche prägten früher den Landkreis

Ein Wald, geprägt von großflächigen Buchen- und Eichenwäldern, würde den Landkreis ohne Menschen dominieren - kaum zu glauben bei den aktuell hohen Kiefern- und Fichtenanteilen. Eichen finden sich vor allem im östlichen Landkreis, im sogenannten Becken- und Hügelland - geologische Bezeichnung für die Landschaft östlich von Hahnbach und Sulzbach-Rosenberg.

Die heimischen Arten Trauben- und Stieleiche sind seit einigen hundert Jahren aufgrund der menschlichen Einflüsse deutlich weniger geworden. Die Eichenarten bieten eine erstaunliche Vielfalt für Mensch und Natur. Auch wegen des Klimawandels ist die Zeit gekommen, diese Vielfalt wieder im Landkreis zu entdecken und durch gezielten Anbau zu fördern.

Traubeneiche und Stieleiche zählen zu den wenigen heimischen Laubbäumen, die über 1000 Jahre alt werden können. Die Traubeneiche, übrigens Baum des Jahres 2014, wird im Volksmund gern auch als Winter-Eiche bezeichnet, weil die Blätter oft bis zum Frühjahr am Baum bleiben.

Die beiden Eichen unterscheiden sich nur in kleinen Details: Die Traubeneiche besitzt langgestielte Blätter, die Stieleiche dagegen langgestielte Fruchtbecher mit Eichel, aber dafür einen deutlich reduzierten Blattstiel. Die Eicheln der Traubeneiche sitzen, wie im Namen erkennbar, wie Trauben eng beieinander.

Die wärmeliebende Traubeneiche stockt auf trockenen bis frischen, mittel- bis tiefgründigen Stein- und Lehmböden sowie auch auf strengen Tonböden. Die Stieleiche findet nicht nur auf wechselfeuchten oder staunassen Böden Verbreitung, speziell im Landkreis fühlt sie sich im Jurarand bis hinein ins Oberpfälzer Becken- und Hügelland sehr wohl. Ab einem Durchmesser von 25 cm ist eine Nutzung als Fass- und Sägeholz (80-140 Jahre) möglich, ab 60 cm von Furnierholz (180-200 Jahre alt). Die höchsten Erträge lassen sich ab dem Alter 180 bis 200 Jahre erwarten.

Die Eichen sind sehr anpassungsfähig, durch ihre kräftige Pfahlwurzel äußerst sturmfest und aus dem Landkreis nicht wegzudenken. (ge)
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