Stifterin legt Grundstein für Kloster

Kirche und Kloster der Salesianerinnen sind eine Stiftung der Pfalzgräfin Eleonore Philippine, der zweiten Gemahlin und Witwe des Sulzbacher Herzogs Johann Christian, der nach nur einjähriger Regierungszeit im Jahre 1733 verstarb und in der Sulzbacher Fürstengruft unterhalb der Stadtpfarrkirche beigesetzt ist.

Eleonore Philippine war beim Tod ihres Gemahls erst 21 Jahre alt. Sie heiratete nicht mehr, lebte noch einige Jahre im herzoglichen Schloss in Sulzbach in Zurückgezogenheit und nahm sich - selbst kinderlos - des noch unmündigen Sohnes Carl Theodor (geb. 1724) aus der ersten Ehe ihres Gatten an. 1731 stiftete sie den heute noch erhaltenen Hochaltar in der St. Annakirche.

Die Stifterin war eine glühende Verehrerin der Hl. Hedwig, der Grafentochter aus Andechs und späteren Landesmutter von Schlesien. An deren Gedenktag (17. Oktober) wurde sie im Jahre 1712 geboren und getauft. Sie war sehr um die Verbreitung der Verehrung dieser Heiligen bemüht und verfasste selbst die erste Lebensbeschreibung von Hedwig.

Mit einem sogenannten Fundationsbrief vom 8. Mai 1753 stiftete sie "zur Beförderung der Ehre Gottes... ein der Hl. Hedwig dediziertes Frauenkloster in der oberpfälzischen Residenz Stadt Sulzbach ... von dem Orden und Regel des Hl. Vaters Franzisci Salesii". Sie bestimmte hierfür sowohl ihre "Dotalgelder" der Churfürstlichen Pfalz Sulzbach und der Ämter Floß und Vohenstrauß, die "in hessischer Währung zwanzigtausend Gulden" betrugen. 6000 Gulden sollten nach ihrem Willen zur Errichtung und Unterhaltung der dabei zu erbauenden Kirche verwendet werden.

Die Stifterin legte selbst am 25. Juni1753 den Grundstein für das Kloster. Dieses wurde direkt neben dem herzoglichen Schloss, nach Abbruch des fürstlichen Ballhauses und einiger weiterer Häuser, erbaut und 1755 von fünf Nonnen aus dem Mutterkloster der Salesianerinnen in Amberg bezogen. (ge)
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