Streitbarer Baumgeschmack

Von den Bürgern abgesegnet: Der neue Baum auf dem Marktplatz in Luhe. Bild: Götz

"Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul." Einem geschenkten Christbaum aber anscheinend auf Nadeln und Wuchs - zumindest vor der Kirche in Oberwildenau und am Marktplatz in Luhe. Wie auch schon im Vorjahr kamen die Bäume von edlen Spendern, die heuer allerdings am Bürgergeschmack vorbei schenkten. "Greislich", lautete der Tenor aus der Bevölkerung.

Aber wann ist ein Baum eigentlich hässlich? "Das ist die große Frage", erklärt Bürgermeister Dr. Karl-Heinz Preißer. Aber über Geschmack lasse sich bekanntlich nicht streiten, zitiert er ein lateinisches Sprichwort. Aus diesem Grunde habe die Marktverwaltung schließlich auch gehandelt: Einige Tage nach ihrem Aufbau wurden die gespendeten Christbäume wieder abgebaut und entsorgt. "Wenn sie auf öffentlichen Plätzen nicht gefallen, können wir sie auch nirgendwo anders hinstellen." Sie wurden durch neue - scheinbar schönere - ersetzt.

Aber auch die Suche nach dem Ersatz gestaltete sich als nicht unbedingt einfach. "Eine Kommune kann ihre Bäume nicht einfach auf dem Weihnachtsmarkt kaufen", schildert der Bürgermeister das Problem. Diese seien nämlich zu klein. "Wir brauchen Weihnachtsbäume mit einer Höhe von vier bis fünf Metern", fuhr er fort. Fündig geworden seien die Baumeinkäufer schließlich im Pressather Tannenland.

Preißer habe außerdem für die Zukunft gelernt: "Nächstes Jahr kaufen wir die Bäume gleich selbst, dann ist auch die Bevölkerung zufrieden."
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