Stripanlage schafft elf Kubikmeter in der Stunde
"Kläranlage" für das Grundwasser

Im Hof der Auerbacher Polizeiinspektion steht die Stripanlage, die in den nächsten Jahren das Grundwasser von den Rückständen chemischer Reinigungsmittel befreien soll. Bürgermeister Joachim Neuß, Landrat Richard Reisinger und der Geschäftsführer der Gesellschaft für Altlastensanierung in Bayern (GAB), Michael Kremer (von links), setzten sie in Betrieb. Bild: swt
(swt) Kleiner Knopfdruck, große Wirkung: Vor den Augen vieler Firmen- und Behördenvertreter schaltete Landrat Richard Reisinger am Donnerstag die Stripanlage ein, die das Grundwasser unter der Stadt Auerbach reinigen soll.

Auf dem Gelände der ehemaligen Firma Bulag war, wie wir mehrfach berichteten, Tetrachlorethen im Grundwasser und im Boden festgestellt worden. Bereits 1990 wurden erhöhte Werte gemessen. Sie resultierten aus einem über Jahrzehnte unsachgemäßen Einsatz des Reinigungsmittels. Es steht im Ruf, krebserregend zu sein. Die damalige chemische Reinigung Novetta setzte es in ihrem Betrieb ein.

Seitdem wurden unzählige Untersuchungen gemacht, Messstellen eingerichtet und Boden entsorgt. Rund vier Tonnen verseuchtes Material sind schon abtransportiert. Die Schadstoffmenge hätte für ein Gewässer in der Größenordnung des Tegernsees gereicht.

Acht Gewässermessstellen sind aktuell installiert. 100 000 Kubikmeter Wasser werden jedes Jahr gereinigt. Gerechnet wird mit 250 bis 300 Kilogramm Aushub. Die Reinigungsanlage steht im Hof der Polizeiinspektion, direkt an das ehemalige Betriebsgelände der Bulag angrenzend.

Aus einer Tiefe bis zu 79 Meter holen Unterwasser-Motorpumpen stündlich rund elf Kubikmeter verunreinigtes Grundwasser ans Tageslicht und befördern es in die Reinigung. Die Stripanlage und die nachgeschalteten Aktivkohlefilter erledigen diese Aufgabe. Das saubere Wasser läuft anschließend in den Speckbach.

Die Anlage arbeitet ununterbrochen. Auch eine Bodenluft-Sanierungsanlage ist in Betrieb. Fachkundiges Personal überwacht die Prozesse. Rund 460 000 Euro kostet diese Maßnahme; 75 Prozent davon trägt die Gesellschaft für Altlastensanierung in Bayern (GAB). Insgesamt flossen damit 1,2 Millionen Euro in die Grundwassersanierung.
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