Subjektiv lieber im Vorzimmer

Einen zweiten Termin hatte die Gemeinde am Mittwoch beim Arbeitsgericht zu bewältigen. In einem Gütetermin ging es um die angekündigte Umstrukturierung in der Verwaltung. Dabei ist vorgesehen, die bis zur Bürgermeisterwahl im Vorzimmer des Rathauschefs tätige Verwaltungskraft bei gleicher Vergütung in den Bereich Gästeinformation umzusetzen. Seit der Ankündigung im vergangenen Jahr ist die Mitarbeiterin krank gemeldet.

Gegen die vorgesehene Umsetzung wehrt sich die Angestellte und erhob Klage. Den beabsichtigten Schritt der Gemeinde könne sie nicht nachvollziehen. Für sie mache es einen Unterschied, ob sie im Vorzimmer des Bürgermeisters tätig ist oder in der Information für den Fremdenverkehr.

"Ein Vorzimmer gibt es nicht", erklärte die beklagte Gemeinde und sprach von einem subjektiven Empfinden der Klägerin. Auch belegte die Gemeinde die Qualifikation der Wechselpartnerin. Sie übernahm nach der Erkrankung vertretungsweise den Aufgabenbereich der Klägerin.

Bei der Frage, wie soll es weitergehen, schlug das Gericht eine Wiedereingliederung aufgrund eines Gutachtens durch einen dritten Arzt vor, aber auch, eine ordentliche Kündigung mit einer entsprechenden Abfindung auszusprechen. Beide Parteien erklärten ihre Absicht, bis Mitte Juli eine Lösung zu finden. Wenn nicht, wird ein Kammertermin für ein Urteil anberaumt. (bkr)
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7908)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.