Suche nach Maschinist erfolglos

In der Jahreshauptversammlung der Oberlinder Feuerwehr standen Ehrungen, Beförderungen, Ernennungen und eine Neuaufnahme an. Als Maschinist stellte sich niemand zur Verfügung, Vorsitzender Herbert Zitzmann (vorne, links) übernimmt diese Aufgabe bis zur nächsten Jahreshauptversammlung. Bild: dob

Selbst bei den Feuerwehren auf dem Land wird es zunehmend schwieriger, verantwortungsvolle Ämter zu besetzen. Bis zur Jahreshauptversammlung im Gasthaus Anzer fand die Führungsriege gerade noch einen Jugendwart.

Allerdings stellte Michael Kindl die Bedingung, das bisher angekoppelte Maschinistenamt abzutrennen. Die Suche nach einem Maschinisten fiel aber ungleich schwerer. Weil sich niemand bereiterklärte, sprang Vorsitzender Herbert Zitzmann selbst in die Bresche, höchstens aber bis zur nächsten Jahreshauptversammlung.

Keine Lösung parat

"Wohin führt der Weg von Vereinen angesichts veränderter gesellschaftlicher Bedingungen?" Diese Frage bereitet Bürgermeister Andreas Wutzlhofer immer mehr Sorgen. Er hoffte, dass es niemals soweit komme, dass sich keine Freiwilligen mehr für die Feuerwehr finden. Ehrenkommandant Sebastian Beierl und Ehrenvorsitzender Michael Kindl hatten auch keine Lösungen parat. Vorbei die Zeiten, in denen jeder Dorfbewohner automatisch mit dem Erreichen des Eintrittsalters Feuerwehrmann wurde. Doch es gab an diesem Abend auch Positives.

Das Stadtoberhaupt rückte in Oberlind jene Mitstreiter in den Vordergrund, die sich aufopferungsvoll um den Ausbau des Gerätehauses verdient machten und tatkräftig Hand anlegten. Der Feuerwehr steht damit ein großer Ausbildungsraum zur Verfügung. Rund 25 600 Euro investierte die Stadt für Materialien, die Arbeiten erfolgten in Eigenregie der Feuerwehrleute. Es sei ein gelungenes Werk geworden, für das die Mitglieder nicht nur gefordert, sondern sich beispielhaft eingebracht hatten.

Während die Fenster-Erneuerung noch heuer mit Haushaltsresten erfolgen könnte, bat er die Sanierung der Toilettenanlage auf das nächste Jahr zurückzustellen. Ansonsten müssten zusätzliche Mittel in den Etat eingestellt werden. Die ersten Geräte für den Digitalfunk sind eingetroffen, informierte der Rathauschef weiter. Oberlind stehen ein digitales Fahrzeugfunkgerät (Mobiles Radio Terminal) und drei digitale Handfunkgeräte (Handheld Radio Terminal) zu. Jedoch werde für den Ortsteil ein zusätzliches Gerät bereitgestellt. Die Investition für die Großgemeinde betragen 58 000 Euro. Abzüglich der Zuschüsse habe die Stadt 23 000 Euro für den Digitalfunk zu schultern.

Kreisbrandinspektor Johann Rewitzer aus Pleystein bedauerte ebenfalls, dass sich aus den mehr als 70 aktiven Kräften keiner für den wichtigen Maschinistendienst zur Verfügung stellte. Kommandant Markus Kindl brachte die Feuerwehrausbildung in der Region auf ein bayernweit einheitliches Niveau, dankte Rewitzer dem Kreisbrandmeister. Als größte anstehende Herausforderung sieht Rewitzer die Schulung zur sicheren Bedienung der neuen Digitalfunkgeräte. Der Sprecher schloss mit einem nachhaltigen Appell an alle Teilnehmer: "Wir können auf die Vielfältigkeit der Feuerwehr Oberlind nicht verzichten."

76 Einsatzkräfte

Am 29. März steht ein Preisschafkopf im Terminkalender, gab der Vorsitzende bekannt. Kommandant Kindl listete viele Ausbildungsveranstaltungen auf. Der Wehr gehören 4 Löschgruppen, 2 Damengruppen und 1 Jugendgruppe mit 76 Einsatzkräften im Alter zwischen 16 und 63 Jahren an.

Für den neuen Unterrichtsraum im Feuerwehrhaus wurde ein Laptop angeschafft. Voraussichtlich im April erhalten die Oberlinder ein Kleinlöschgerät, eine sogenannte Highpress. Schatzmeister Willi Kellner informierte über die großzügige Unterstützung der Gönner und Förderer sowie der Banken.
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