Süß-saures Vergnügen

Kaum regierte an Halloween die Dunkelheit, verwandelte sich die Kleinstadt auf dem Netzaberg zu einer Hochburg der Gruselei. Die Amerikaner haben eben ein Herz für Geister, Gespenster und Ungeheuer.

Am gruseligsten Tag des Jahres verkündete allerhand Dämonenhaftes Tod und Elend. Die "New Town" der US-Militärgemeinde auf dem Netzaberg stand im Blickfeld. Aber auch in Old Germany etabliert sich der süß-saure Tag.

Strahlend und herbstlich bunt verabschiedete sich am Samstag ein "Goldener Oktober". Die Natur leuchtet und mit ihr die Kinderaugen. Sie harren der Stunden, die am Abend noch kommen. Als die Sonne der Dämmerung weicht, die ersten Sterne glitzern und die Mondsichel über der Netzaberg-Area aufgeht, da füllen sich die Straßen der Wohnquartiere. Das Besondere an diesem letzten Oktobertag: Halloween. Das bedeutet Dämonen und Vampire, Spinnen und Gruselkabinette, wie man sie in den finsteren Höhlen der Volksfeste sieht. Und Menschenmassen, die bei abgeschalteten Straßenleuchten durch die Dunkelheit huschen. Die "New Town" auf dem Netzaberg ist aus dem Häuschen. Es herrscht Feierstimmung und Ausgelassenheit. Die Zufahrtsstraße und die Siedlungsstraßen werden zu Flaniermeilen. Bis zur Staatsstraße steht der ruhende Verkehr dicht an dicht.

Gabentische

Proppenvoll ist der Netzaberg. Es wimmelt vor Hexen, Zauberern und zähnebleckenden Masken. Vor solcher Abschreckung hält man für gewöhnlich den Nachwuchs fern. Nicht auf dem Netzaberg. Da mischen sich die Kids frei von Berührungsängsten unter Totengerippe und Teufel. Halloween auf Amerikanisch. "Süßes oder es gibt Saures" herrscht vor jeder Haustür und vorsorglich stehen in den Wohnquartieren Gabentische. Die Tüten voller Süßigkeiten der kleinen Maschkerer weisen den Weg. Für die US-Militärgemeinde und die vielen Soldatenfamilien, die sich aus dem Umland einfinden, ist es ein Glückstag. Ein bisschen Thanksgiving, etwas Independents Day und aus der Sicht der Einheimischen Fasching, Walpurgis- oder Rauhnacht.

Originelle Einfälle kennen keine Grenzen. Fantasievolle Kostüme, Warnlämpchen, eine kuschelige Bärenfellverkleidung für die Kleinsten, Teufelsgestalten oder geheimnisvolle Spinnenfrauen umgarnen Mumien in schwarzen Umhängen und monstermäßige Ungeheuer. Dazwischen huschen durch die Menschenknäuel immer wieder kleine Neuankömmlinge in Engelskostümen. Kein Halloween ohne "trick or treat". Auf dem Netzaberg triumphiert am Samstagabend das "treat".

Das Süße regierte auch in Tremmersdorf in der Gemeinde Speinshart. Seit Jahren verwandelt dort Familie Thomas Edl ihr weitläufiges Hof- und Gartengelände in eine Grusellandschaft. Dort begegneten am Samstagabend den Besuchern "Angst und Schrecken". Die Schreie der Seelen waren zu hören. Särge, Vampire, Monster, Spinnennetze und der zähnefletschende Kürbis lehrten das Gruseln. Im kuschelig warmen Gartenhaus feierten die Edls mit ihren Gästen bei einer dampfenden Kürbiscremsuppe "Auferstehung".
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