Süße Früchte, kleine Tiere

Noch läuft die Ernte in Hasselbach, aber ein Ende ist absehbar. Bild: gpa

So schlimm war es dann doch nicht: Die Rekordhitze konnte der Obsternte nichts anhaben. Das heißt aber nicht, dass die Gartenbesitzer völlig ohne Sorgen wären.

(gpa/wüw) Die Mostsaison geht zu Ende, in den Apfelpressen in Immenreuth und Hasselbrunn fällt die Bilanz bei weitem nicht so schlimm aus, wie es der trockene Sommer befürchten ließ. Während sich Wilhelm König in Immenreuth über eine überdurchschnittliche Saison freut, blickt Maria Ott in Haselbrunn immerhin auf ein durchschnittliches Jahr zurück.

Die Gesamtbilanz allein bietet aber ein verschwommenes Bild. Sowohl der Vize-Vorsitzende des Immenreuther Obst- und Gartenbauvereins wie auch Ott berichten von Unterschieden zwischen den Regionen. In manchem Landstrich lag das Ergebnis nahe am Rekord, wenige Kilometer weiter lohnte sich kaum die Erntearbeit. Nach Immenreuth kamen besonders die Obstzüchter aus dem Kemnather Kessel zu viel und schönem Obst, sagt König. "Insgesamt haben wir wohl ein Drittel mehr an Früchten verarbeitet als im Vorjahr", sagt König. Es hätte noch mehr sein können, aber aus den fränkischen Gebieten in Richtung Bayreuth hielt sich der Andrang in Grenzen. Im Speinsharter Ortsteil war es dagegen genau andersrum. Die Stammkunden aus dem Städtedreieck hatten in diesem Jahr kein Obstbauern-Glück. "Im Raum Eschenbach, Grafenwöhr und Pressath gibt es wenig Äpfel", sagt Ott. Dafür machen ihr die Kunden aus Pegnitz viel Arbeit, dort sei die Ernte hervorragend ausgefallen.

Zu den Ursachen haben die beiden Experten unterschiedliche Meinungen. Einig sind sie sich aber in einem: Der dürre Sommer hat die Obsternte kaum negativ beeinflusst - eher im Gegenteil. "Der Fruchtzuckeranteil in den Früchten ist in diesem Jahr ein Traum", sagt Ott. Besonders Anfang September sei die Öchsle-Zahl noch einmal deutlich gestiegen. Mit anderen Worten sorgt die viele Sonne für besonders süße Früchte.

Dass der Ernteerfolg regional so unterschiedlich ausfällt, dafür nennen die beiden Moster unterschiedliche Gründe: König verweist aufs Wetter zur Obstblüte. "Manchmal gibt es Kälteschneisen, Gebiete in denen es deutlich kälter ist, als wenige Kilometer weiter." Wenn das zur Obstblüte passiert, belaste dies die Ernte.

Dass das Wetter eine Rolle bei der Ernte spielt, glaubt auch Ott. "Es spielen verschiedene Faktoren eine Rolle." Neben der natürlichen Schwankung, der Alternanz, werde vor allem ein Faktor immer wichtiger: Gibt es überhaupt noch Bienen in der Umgebung, die die Blüten bestäuben. "Es gibt immer weniger Imker und deren Bienen fliegen nur eine begrenzte Strecke", sagt Ott. Sie selbst habe seit 2002 selbst Bienen im Garten und seither liege ihre Obsternte nie mehr unter dem Durchschnitt.
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