Sulzbach-Rosenberg.
Sulzbach-Rosenberg hilft weiter

Initiator Hans Lauterbach
(lrn) Über 100 Menschen kamen Mitte August zu dem Freiwilligentreffen im Capitol. Hat sich das auch in den Listen niedergeschlagen, in die sich die Freiwilligen eintragen konnten?

Initiator Hans Lauterbach meint im Gespräch mit der SRZ eindeutig "Ja". Es hätten sich knapp 60 neue Helfer in die Listen eingetragen. "Aber es gab auch viele Einzelpersonen, die sich nicht eingeschrieben haben und untereinander etwas organisieren, wie viele Sportvereine oder pensionierte Lehrer."

Natürlich würden immer Freiwillige gebraucht. "Mit ,Sulzbach-Rosenberg hilft' sind wir zur Zeit an der personellen Grenze. Wir brauchen sowohl Freiwillige, die sich langfristig bei uns einbringen wollen, als auch solche, die uns vor allem unterstützen, solange der Notfallplan in Kraft ist."

Warum braucht es so einen Zusammenschluss wie die Initiative überhaupt in dieser Situation? Lauterbach erklärt es: "Der Landkreis ist, einfach gesagt, nur für Schlafen, Essen, Wärme zuständig - er kümmert sich um die Grundversorgung. Die Diakonie betreut die Asylbewerber noch darüber hinaus, hat aber nur zwei Stellen für 600 bis 700 Flüchtlinge, die über den ganzen Landkreis verteilt sind. Da gibt es einfach keine Kapazitäten für individuelle Betreuung. Darum kümmern wir uns."

"Sulzbach-Rosenberg hilft!" hatte sich damals aufgrund rassistischer Ausfälle in einer Facebookgruppe für Sulzbach-Rosenberger gegründet. Wie schätzt der Initiator die Stimmung zur Zeit in der Stadt ein?

"Es hat damals rassistische Ausfälle gegeben, als ich einen SRZ-Artikel in die Gruppe gestellt habe. Einer der Moderatoren und einige Mitglieder haben einfach ein rassistisches Menschenbild, und als ich dagegen gehalten habe, bin ich aus der Gruppe geflogen."

Er bekomme aber mit, dass es in der Gruppe immer noch solche Diskussionen gibt, in denen Flüchtlinge als gewalttätig und kriminell dargestellt werden. Das beschränke sich aber auf das Internet. Lauterbach ist nur ein Zwischenfall am Altstadtfest bekannt, als ein Nazi einen Flüchtling angepöbelt habe.
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