SV 08 Auerbach nutzt Blackout des HSC Coburg II gnadenlos aus - Meisterfeier in Bayreuth?
Gefürchtete Gegenstöße

Genau davor hatte Tobias Wannenmacher oft gewarnt: Man darf den HSC 2000 Coburg II keinesfalls unterschätzen. Dennoch waren viele Zuschauer zunächst etwas überrascht vom zähen Spielverlauf und davon, wie schwer sich der SV 08 Auerbach vor allem in der ersten Hälfte tat. Letztlich gab sich der Spitzenreiter der Handball-Bayernliga aber keine Blöße, gewann sein Heimspiel am Samstag vor rund 350 Zuschauern gegen die Bundesligareserve mit 36:28 (15:14) und kann nun nach der Oster-Pause im Derby am 11. April bei HaSpo Bayreuth die Meisterschaft perfekt machen.

"Ich möchte lieber selbst für die Entscheidung sorgen, als durch die Ergebnisse anderer Meister werden", sagte Wannenmacher am Sonntag nach dem 22:21-Sieg des Tabellenzweiten DJK Waldbüttelbrunn in Rimpar, der dadurch einen vorzeitigen Titelgewinn der Auerbacher verhinderte.

Immer wieder Lücken

Coburg spielte seine Angriffe betont lange aus, kam immer wieder an den Rand des Zeitspiels, fand dann aber auch häufig die Lücke in der Auerbacher Abwehr und überwand einen streckenweise unglücklich agierenden Philipp Walzik im Gehäuse des Gastgebers. Die Oberpfälzer vergaben im Angriff teilweise ungenau ihre Bälle oder mussten bei ebenfalls angezeigtem Zeitspiel vorschnell abschließen. So entwickelte sich ein zähes Spiel, mit wenigen Toren.

In der 17. Minute stand es 8:8, ehe Walzik mit einer Doppelparade seiner Mannschaft die Möglichkeit zu einer Zwei-Tore-Führung gab. Direkt nach einer Coburger Auszeit erhöhten die Gastgeber auf 11:8. Doch die Oberfranken ließen nicht locker, nutzten jeden noch so kleinen Fehler der Auerbacher zum Torerfolg und kamen bis zur Pause wieder auf 15:14 heran. Im zweiten Abschnitt stellte Gästetrainer Zdenek Vanek etwas um. Jonathan Rivera, der in den ersten 30 Minuten seinen massigen Körper fast ausschließlich am Kreis eingesetzt hatte, spielte nun auf der rechten Rückraumposition, während Hajck Karapetjan auf die linke Seite auswich. Mit all seiner Erfahrung gelangen ihm gleich zu Beginn zwei Würfe über den überrascht wirkenden Block der Blau-Weißen. Coburg blieb dran. Als Mario Schmidtke aber mit einem Gegenstoß zum 22:18 traf, schien der Bann gebrochen zu sein. Doch noch war der Gast nicht bereit, das Spiel aus den Händen zu geben. Zudem kam es auf Auerbacher Seite erneut zu unglücklichen Situationen, die Coburg bis zur 42. Minute clever nutzte und sich wieder auf zwei Treffer heranarbeitete (22:20).

Was dann geschah, konnte sich Zdenek Vanek im Nachhinein nicht erklären: "Wir hatten mehrere Minuten lang einen Blackout, mit Fehlern im Angriff wie in der Abwehr. So eine Pause darf man sich gegen Auerbach nicht leisten." Die Oberpfälzer nutzten nun jeden Fehler der Gäste, kamen besser in ihr gefürchtetes Gegenstoß-Spiel. Ein Treffer folgte dem anderen. Nach diesem 9:1-Lauf war das Spiel entschieden, zu mehr als Ergebniskosmetik reichten die Kräfte der Oberfranken nicht mehr.

"Den Tabellenführer ärgern"

"Wir wollten den Tabellenführer mit unserem dezimierten Kader so lange wie möglich ärgern", sagte Coburgs Trainer nach dem Spiel. "Ich denke, das ist uns vor allem in der ersten Hälfte sehr gut gelungen." Für Tobias Wannenmacher verlief das Spiel wie vorhergesehen: "Wir taten uns vor allem in der ersten Hälfte unheimlich schwer. Ich denke nicht, dass es an unseren Fehlern lag, sondern vielmehr an der Cleverness des Gegners."

SV 08 Auerbach: Tor: Walzik, M. Müller. Feld: Tannenberger (5), Werner, Hofmann, Lux (4/4), Wannenmacher, Herold (2), Schmidtke (5), Schramm (5), F. Müller (2), Wolf (6), Schöttner (6).
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