SV Etzenricht will Fußball leben

Leidenschaft, Disziplin und bedingungsloser Einsatz - diese Tugenden fordert der Etzenrichter Trainer Michael Rösch von seinen Spielern. Das Ziel: So schnell wie möglich den Klassenerhalt unter Dach und Fach bringen. Bild: war

Für den SV Etzenricht wird es ernst: Am Freitag, 17. Juli, um 19 Uhr beginnt die neue Saison in der Landesliga Mitte. Die Blau-Schwarzen bestreiten das Eröffnungsspiel gegen den SV Hutthurm. Im Interview verrät SVE-Trainer Michael Rösch, dass sein Saisonziel mit der Zahl "40" zu tun hat.

Herr Rösch, Ihr Verein erreichte in der Vorsaison Platz 14, entging knapp der Relegation. Werfen Sie doch einen kurzen Blick zurück ...

Rösch: Als mit Abstand bester 14. aller Landesligen haben wir vier Konkurrenten in unserer Gruppe hinter uns gelassen. Während der Rückrunde haben wir reichlich Boden gut gemacht, schlossen diese als Elfter ab. In der Heimbilanz waren wir mit Platz neun noch besser. Darauf können und wollen wir aufbauen.

Welches Saisonziel peilen Sie mit der neu formierten Mannschaft an?

Rösch: Ich kann es nur wiederholen: Wir möchten so schnell wie möglich die magische Grenze von 40 Punkten erreichen. Zuhause wollen wir ein unbeliebter Gegner werden, uns laufstark präsentieren. Auswärts sind wir bestrebt, die doch recht dürftige Bilanz aus der Vorsaison zu verbessern. Über alles weitere können wir dann Stück für Stück nach dem Erreichen der 40 Punkte sprechen.

Sie haben mit Tobias Plössner, Andreas Müller, Florian Nittke und Andreas Pollakowski vier Stammkräfte abgeben müssen. Schmerzen diese Abgänge?

Rösch: Tobias und Andreas wünsche ich, dass sie ihren Weg in der Bayernliga in ähnlicher Weise wie bei uns fortsetzen. Florian und "Polla" haben ihren Lebensmittelpunkt verlegt, das ist halt so und wird auch akzeptiert. Allen vieren wünsche ich viel Erfolg bei ihren neuen Herausforderungen. Da wir uns auch gezielt verstärkt haben, können wir, wie es aussieht, die Lücken schließen.

In Vorbereitungsspielen konnten Sie sich ein Bild von den Neuzugängen machen. Welchen Eindruck nahmen sie mit?

Rösch: Grundsätzlich haben wir, damit meine ich auch Abteilungsleiter Manfred Herrmann und Sportlichen Leiter Markus Hofbauer, darauf geachtet, dass alle als Menschen, als Typen zu uns passen. Dass einige Heimkehrer dabei sind, finde ich zukunftsweisend. Alle anderen sind aus der Umgebung, Andreas Koppmann beispielsweise aus Kaltenbrunn. Wir sind jedenfalls breiter aufgestellt als Ende Mai, rücken ein Stück weit näher zusammen und können uns weiterentwickeln. Alle Neuzugänge sind auf einem guten Weg und werden uns weiterhelfen.

Sind Sie mit der Vorbereitung zufrieden?

Rösch: Der Höhepunkt war natürlich unser 2:1 gegen den FC Amberg. Aber keine Sorge, da bleiben wir auf dem Teppich, es hat fast alles geklappt und der FC hat risikofreudig experimentiert. Röslau hat uns zuletzt die Defizite aufgezeigt, was für mich noch wichtiger war. Da wurde deutlich, dass wir in jedem Spiel an unsere Leistungsgrenze gehen müssen, um erfolgreich zu sein. Beim 3:1 gegen Zandt war Durchhaltevermögen durch die Hitze gefragt, der erste Test in Kulmain war ordentlich und beim 5:0 in Schwarzenbach wollten wir ein Zeichen für eine gute Nachbarschaft setzen, haben einiges dabei ausprobiert.

Was muss sich verändern oder verbessern gegenüber der Vorsaison?

Rösch: Enorm wichtig sind ein solider Start und gute Ergebnisse bei dem verdichteten Programm der nächsten Wochen. Wir wollen eine Talsohle wie im Vorjahr im Herbst vermeiden, diesem Durchhänger mussten wir die ganze Saison nachlaufen. Die schwache Auswärtsbilanz müssen wir aufbessern, effektiver auftreten, ganz klar. Ziel muss es sein, als kompaktes Team aufzutreten, in dem jeder für jeden Wege macht, sich keiner für irgendetwas zu schade ist. Leidenschaft, Disziplin, bedingungsloser Einsatz sind nur einige Werte, die mir enorm wichtig sind. Wir wollen Fußball leben.

Mit Klaus Herrmann übernimmt ein aktiver Spieler das Amt des Co-Trainers. Wie kam dies zustande?

Rösch: Nach dem Abgang von Tim Haberl war es mir enorm wichtig, diese Position mit einer engagierten Person zu besetzen, der voll und ganz in das Konzept passt. Klaus war unsere erste Wahl und ich bin sehr froh, dass er sofort zugesagt hat. Er verfügt über enorme Erfahrung, ist persönlich ein klasse Typ, mit dem ich in Etzenricht noch einiges erreichen möchte. Es passt perfekt.

Gibt es Favoriten für den Meisterschaftstitel in der Spielklasse?

Rösch: Ich gehe davon aus, dass wir uns in einer relativ ausgeglichenen Liga befinden. Kleinigkeiten werden am Ende entscheiden, wer oben steht. Sicherlich werden beispielsweise Tegernheim oder Cham ganz oben mitspielen. Aber auch unserem ersten Gegner Hutthurm traue ich nach der fulminanten Rückrunde der letzten Saison einiges zu. (war)
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