Symbole der verschiedenen Zünfte

Den überlieferten Hinweisen ist zu entnehmen, dass die Prozessionsstangen von den Mitgliedern der Handwerkszünfte bei den Prozessionen oder Festen der verschiedenen Zünfte auch getragen wurden.

Von Schreiner Johann Raab wurden die Tragestangen angefertigt, er schnitzte auch die Figuren auf den Podesten, wobei als sehr wahrscheinlich gilt, dass Kunstmaler Johann Karl den symbolträchtigen Kunstwerken Farbe verlieh. Sie gehörten laut Graf jenen Handwerkern, denen bei ihrer Berufsausübung in besonderem Maße leibliche Gefahren drohten, wie Zimmerleuten, Maurern, Kaminkehrern und Hafnern. So stellen die beiden vorderen Figuren die christlichen Tugenden Glaube und Liebe dar, vom Künstler personifiziert als weibliche Gestalten. Die beiden Stangen waren Eigentum von holzverarbeitenden Berufszweigen, den Schreinern, Drechslern und Kammmachern. Auf den mittleren Prozessionsstangen stehen die beiden Patrone der Stadtpfarrkirche, Jakobus der Ältere, dem ersten Kirchenpatron (von 1144 bis 1319) und nach Bau der Steinkirche im Jahre 1319, Johannes der Täufer.

Das große goldfarbene Kreuz in seiner linken Hand, auf einer alten Fotografie aus der Zeit von 1895 klar zu erkennen, ist derzeit nicht auffindbar, dürfte aber in der Schatzkammer schlummern. Beide Kirchenpatrone waren Stiftungen des Schneiderhandwerks. Unschwer zu erkennen sind die letzten beiden Gestalten als der hl. Josef und als ein Schutzengel. (cs)
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