Tag des Geotops: Steine verraten viel über Vorgeschichte
Wo die Ur-Vils floss

Steine erzählen Geschichten, machte Diplom-Geologin Dr. Angela Wirsing-Dauer den Teilnehmern der Wanderung bewusst. Oft sind sie noch gesprächiger, wenn man sie mit einem Hammer bearbeitet. Bild: e
Mit einer Wanderung beteiligte sich das Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern am Tag des Geotops. Gerade das Gebiet um Theuern weist viele Steinbrüche, Felsen und geotopische Landschaftsbilder auf, die man allerdings kennen und erkennen muss. "Erleben und begreifen" lassen sich geologische Formationen durchaus - wenn man die Sachkenntnis hat wie Diplom-Geologin Dr. Angela Wirsing-Dauer. Rund 50 Leute gingen mit ihr auf Entdeckungsreise.

In zweieinhalb Stunden wurde von der Glasschleife aus das Mühltal durchwandert. Auf der Anhöhe ließ sich der Verlauf des verschwundenen Flusses erkennen, wohl ein Seitenast der Ur-Vils. Beweisen können das Wasserpflanzen im Tal. Im Graben befand sich noch Kalkstein-Geröll; ebenso auf den Äckern. Wie der Kalkstein in dieses Gebiet kommt, erläuterte Angela Wirsing-Dauer: Vor 150 Millionen Jahren habe sich hier das Jurameer befunden, aus dem sich der Kalkstein entwickele. Die Kinder konnten mit drei Prozent Salzsäure den Kalk lösen; die Kalksteine fingen förmlich zu "sprudeln" an.

Die seltsam anmutenden Löcher im Boden seien Dolinen-Höhlen. Durch Wasser und natürliche Kohlensäure seien die Decken eingestürzt. Versteckt unter Farn und Schwarzbeerbüschen entdeckten die Kinder die Erzschürfgrube.
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