"Taubnschuster" wird zur Baustelle

Umbau und Sanierung des Taubnschusterhauses können beginnen: Der Stadtrat hat die Umsetzung des im Büro von Städteplaner Klaus Stiefler erarbeiteten Gestaltungskonzepts beschlossen. Die Arbeiten sollen aus Finanzierungsgründen auf zwei Jahre verteilt werden.

Anhand von Bauplänen stellte Reinhard Sperber, der Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaften, dem Gremium die bevorstehenden Maßnahmen vor. Danach wird im nordöstlichen Teil des Scheunenbereiches eine Toilettenanlage entstehen, der ehemalige Stall - ein Gewölbebau - wird zu einem Multifunktionsraum umgestaltet.

Das Dachgeschoss des Nebengebäudes, das künftig als Lagerfläche dienen soll, wird ein neues Dach und einen Treppenzugang erhalten. Um den Remisenbereich besser nutzen zu können, wird eine der Säulen zum Hofraum hin entfernt. Keine Veränderungen werden im Hauptgebäude vorgenommen. Der Ausstellungsbereich wird allerdings nach Norden hin um einen vierten Raum erweitert. Das Dachgeschoss wird Einbauschränke erhalten, die die Lagermöglichkeiten verbessern sollen.

Der Plan sieht ferner vor, nördlich des Nebengebäudes einen Garten anzulegen. Er soll als optische Aufwertung dieses bisher wenig beachteten Bereiches und zugleich als Musterbeispiel für angrenzende Schrebergärten dienen. Bürgermeister Peter Lehr informierte die Räte über Gespräche mit Architekt Klaus Stiefler, weiteren Fachplanern und Vertretern des Heimatvereins.

Warten auf Förderbescheid

Bereits Anfang Juli 2012 war Regina Harrer von der Regierung der Oberpfalz bei einem Ortstermin das Konzept "Heimat- und Kulturzentrum Beim Taubnschuster" vorgestellt worden. Sie hatte die Bereitschaft signalisiert, Kauf und Modernisierungsmaßnahmen aus Mitteln des Städtebaus mit 60 Prozent zu bezuschussen. Dr. Otto Lohr von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen stellte zugleich Fördermittel für Einrichtungsgegenstände in Aussicht. Nach Eingang des Förderbescheids sollen die Arbeiten zeitnah beginnen.

Josef Lingl plant, in der südlichen Altstadt das Wohnhaus Stadtmauerweg 23 abzubrechen und ein neues Wohngebäude mit Garage zu errichten. Das Vorhaben geht in einigen Punkten nicht konform mit dem Bebauungsplan "Sanierungsgebiet Altstadt Süd". Fritz Betzl erinnerte jedoch an das "Negativbeispiel Sparkasse" und nannte den Bauplan "gelungen". Dieser sei ein positives Beispiel zur Belebung der Innenstadt.

Dieser Meinung schloss sich CSU-Fraktionssprecher Marcus Gradl an. Er wertete es als positiv, wenn sich junge Leute für die Innenstadt interessieren, und rief dazu auf, "keine Haarspalterei" zu betreiben. Hans Bscherer (FW) sprach sich ebenfalls dafür aus, "nicht immer engere Maßstäbe zu setzen". Mit Auflagen erteilte der Stadtrat dem Vorhaben das gemeindliche Einvernehmen.

Große Abweichungen

Keine Zustimmung fand dagegen der Bauantrag von Madeleine Kohl und Bernd Lober, die in der Sonnenstraße ein Wohnhaus mit Doppelgarage errichten wollen. Der Plan weist jedoch "gravierende Abweichungen" vom Bebauungsplan für das neue Baugebiet oberhalb der SCE-Anlagen auf. Um Bauwilligen mehr Gestaltungsfreiraum zu geben, war dieser bereits 2014 abgeändert worden. "Man kann nicht für jeden Einzelnen einen Bebauungsplan schaffen", gab Bürgermeister Peter Lehr zu bedenken. Und aus dem Rund kam die Aufforderung: "Es gilt, auch mal Kante zu zeigen."
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