Teilen verhindert Konflikte

In der Wallfahrtskirche Weißenregen feierten die Militärgeistlichen Pastoralreferent Hans Rückerl, Pfarrer Karl-Dieter Schmidt, Generalvikar Reinhold Bartmann, Dekan Siegfried Weber und Pfarrer Johannes Beszynski (von links) mit den Wallfahrern den Gottesdienst.

Nicht um Muskeln, sondern um die Seele geht es bei diesem Marsch. Das Gewehr bleibt in der Kaserne, wenn Soldaten aus Pfreimd und Oberviechtach von Cham aus zur Wallfahrt aufbrechen.

Das Katholische Militärpfarramt Cham veranstaltete zum 20. Mal eine Soldatenfußwallfahrt nach Kötzting. Bereits sieben Uhr morgens verließen Soldaten, Reservisten, Angehörige und Bundeswehrbedienstete die Nordgaukaserne Cham und pilgerten im Regental entlang zur Wallfahrtskirche Weißenregen.

Unter der Leitung des Katholischen Militärseelsorgers Hans Rückerl und seines Pfarrhelfers Josef Gleixner nahmen über 100 Teilnehmer aus dem Militärseelsorgeraum Ostbayern an der Wallfahrt teil. Den Pilgerzug begleitete Oberst a. D. Hans-Jürgen Stumm aus Regensburg. Mit 71 Jahren war er der älteste Pilger, auf der Wallfahrtstrecke ist er seit vielen Jahren dabei.

Mit motorisierter Feldjägerbegleitung marschierten die Wallfahrer zügigen Schrittes nach Windischbergerdorf und anschließend im Regental entlang nach Chamerau zur Brotzeitstation. Die traditionelle Fußreise führte über Miltach, Blaibach zur Wallfahrtskirche, die nach 4,5 Stunden erreicht wurde. Eine beeindruckend körperliche Leistung lieferten dabei mehrere jungen Soldaten: Alle absolvierten die 24 Kilometer lange Marschstrecke ohne Ausfälle.

In der Wallfahrtskirche feierte Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann aus Berlin mit den Uniformträgern aus den Standorten Cham, Roding, Regen, Oberviechtach, Pfreimd, Weiden, Amberg und Kümmersbruck einen feierlichen Wallfahrtsgottesdienst. Zuvor begrüßte Pastoralreferent Hans Rückerl die Mitzelebranten, den Militärdekan Siegfried Weber aus Ulm, Militärpfarrer Johannes Beszynski aus Bogen und den Gründer der Fußwallfahrt, den ehemaligen Militärpfarrer Karl-Dieter Schmidt.

Monsignore Bartmann stellte die Frage, was alles zu einer Wallfahrt gehört. "Man betet, spricht miteinander, erreicht sein Ziel und feiert einen Gottesdienst", stellte er fest. Verschiedene Beweggründe würden den Kern eines jeden Wallfahrers bilden: Danken für Gutes, Sorgen ablegen oder für die Sorgen anderer beten, so der Generalvikar.

In seiner Predigt erklärte der Militärgeistliche den Sinn und Inhalt des Evangeliums, der wunderbaren Brotvermehrung. Das materielle und ideelle Teilen sollte im Vordergrund des Lebens stehen, forderte er. Wenn die Menschheit bereit wäre, mehr zu teilen, könnten viele Probleme und Konflikte vermieden und gelöst werden. Auch die Soldaten würden sich bei ihren Auslandseinsätzen für eine bessere Welt einsetzen so mit den Betroffenen die Verantwortung teilen, den Frieden und die Menschenwürde herzustellen.

Für die musikalische Umrahmung sorgte in Kötzting eine Abordnung des Heeresmusikkorps aus Veitshöchheim. Am Ende dankte Pastoralreferent Hans Rückerl allen Teilnehmern und den Organisatoren. Nach der religiösen Einkehr folgte das Mittagessen beim Lindner-Bräu, für Stimmung sorgten in der Halle die "Wirtshaus Philharmoniker".
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