Teilnahme für deutsche Basketball-Teams ein Muss
Ohne Europapokal keine Top-Transfers

Noch zwei Tage: Weidener und Neustädter Basketballfans im Derby-Fieber (tos) Im Basketball ändern sich die Zeiten schnell. Auf diesem Bild aus der vergangenen Bayernliga-Saison blockte Jan Selinger (Nummer 14) noch den Weg für seinen Mitspieler von der DJK Neustadt, Michael Kurz (am Ball), frei. Wenn die Coocoon Baskets Weiden am Sonntag, 30. November, um 16 Uhr den Lokalrivalen empfangen, wird Selinger aber versuchen, seinen Ex-Teamkollegen zu stoppen. Denn der tschechische Basketballer kehrte nach zwe
In der Hinrunde durchgehend englische Wochen, dazu Reisestrapazen, weniger Zuschauer und finanziell eher ein Verlustgeschäft. Die internationalen Wettbewerbe im Basketball scheinen abgesehen von der Königsklasse Euroleague auf dem ersten Blick wenig attraktiv zu sein. Dennoch ist die Teilnahme am Eurocup oder an der EuroChallenge für die Teams ein Muss. "Ohne Eurocup würden wir Spieler mit einem gewissen Leistungsniveau nicht bekommen", erklärte Alexander Meilwes, Geschäftsführer beim Bundesligisten Artland Dragons.

Besonders für Spieler aus dem Basketball-Land USA ist der internationale Wettbewerb Pflicht. Nur so können sich die Profis für höhere Aufgaben empfehlen. Häufiger als bei Bundesliga-Begegnungen sitzen NBA-Scouts bei Europapokal-Partien auf der Tribüne. "Die Spieler sind scharf auf den Eurocup, weil sie sich unbedingt dort zeigen wollen und im Schaufenster stehen", sagte Hermann Schüller, Geschäftsführer der EWE Baskets Oldenburg.

Große Verstärkung

Mit Casper Ware gelang den Oldenburgern vor vier Wochen scheinbar ein Transfercoup. Der neue Spielmacher der Niedersachsen, der den Sprung in ein NBA-Team knapp verpasste, entpuppte sich bislang als große Verstärkung. Bei den Siegen gegen Bamberg (26 Punkte) und im Eurocup gegen Nymburk (24) war Ware sowohl Top-Scorer als auch bester Mann. Ohne die internationalen Spiele wäre der 24-Jährige allerdings nicht bei den Baskets gelandet. "Die erste Frage bei den Verhandlungen war: Spielt ihr im Eurocup?", berichtete Schüller.

Auch Meilwes konnte bei den Dragons die Teilnahme am internationalen Wettbewerb bei Vertragsgesprächen als Trumpf einsetzen. "Wenn wir uns um einen Spieler bemüht haben und unser Konkurrent sich nicht für den Europapokal qualifiziert hatte, konnten wir in den meisten Fällen weniger Gehalt bieten und bekamen ihn trotzdem", teilte der Quakenbrücker Manager mit.

Keine Prämien

So gibt es zumindest etwas Sparpotenzial. Im Vergleich zur Champions-League oder der Europa-League im Fußball gibt es im Basketball keine Prämien für die Teilnahme. Einnahmen gibt es nur durch Zuschauer. "In einer Eurocup-Saison zahlen wir etwas drauf", sagte Meilwes. So gibt es Reisekosten und Strapazen inklusive. Die meist über zwei Meter großen Basketball-Profis sind es gewohnt, in den Flugzeugen in der engeren Economyklasse zu sitzen. Meistens wird für eine Rückreise ein ganzer Tag benötigt. "Da sind wir schon im Nachteil im Vergleich zu Bundesliga-Mannschaften, die nicht international spielen", meinte Schüller. Dennoch nahmen zum Beispiel auch die Fraport Skyliners Frankfurt eine Wildcard für die EuroChallenge an.

Schüller zählt dazu noch einen weiteren Aspekt, der für den Eurocup spricht. "Wir haben mit der Bundesliga das Ziel, im Jahr 2020 zu den besten Ligen in Europa zu gehören." "Nur dort können wir uns mit den Top-Ligen in Spanien, Italien und Griechenland vergleichen. Da nähern wir uns nach und nach an."
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