Tendenz zu einem Kindergarten

Noch gibt es zwei Kindergärten im Birgland. Allerdings stöhnen ihr Träger, die evangelische Kirche, und die politische Gemeinde unter der Last steigender Ausgaben. Pfarrer Andreas Utzat befürchtet: "Wenn die Belegung des Kindergartens weiter so gering bleibt, ist Fürnried 2016 zu."

Durch einen Stapel an Bauanträgen grub sich der Gemeinderat Birgland in seiner ersten Sitzung des Jahres 2015. Im voll besetzten Gasthaus Kohl in Frechetsfeld beschäftigte er sich auch mit der Kindergartensituation.

Nicht immer einstimmig

Uneins war sich der Gemeinderat über den Bauantrag von Rutger Clemens, der eine landwirtschaftliche Halle in Wolfertsfeld plant. Eine Mehrheit sagte mit 8 zu 4 Stimmen Nein und verwies die Sache ans Landratsamt zur Prüfung.

Keine Einwände gab es gegen das Vorhaben der Pickel Biogas GbR in Ammerried, ihre Biogasanlage zu verändern. Viola Maderer aus Hainfeld darf mit der Erweiterung ihres Wohnhauses beginnen. Petra Danhauser aus Aicha hat grünes Licht, ein Nebengebäude zur Schleppergarage umzubauen.

Grundsätzlich befürwortete der Rat den Neubau einer landwirtschaftlichen Maschinenhalle von Jürgen Schmidt in Frechetsfeld sowie eines Einfamilienhauses von Werner und Ulrike Röder in Ödhaag. Vor Baubeginn soll allerdings noch der Wasserzweckverband zu beiden Projekten gehört werden.

Zur Bauvoranfrage von Maximilian Görlach und Andrea Laurer aus Alfeld für ein Wohnhaus mit Garage in Kegelheim merkten die Räte nur an, dass hier die Zufahrt noch geschaffen werden muss. Den Antrag von Markus Fischer aus Wolfertsfeld auf Neubau eines Rinderstalls mit offener Güllegrube genehmigten sie einstimmig. Ähnlich problemlos winkten sie den Bauantrag der Familie Scholz auf ein neuen Wohnhaus in Aicha durch.

Es fehlt an Kindern

"Der Gemeinde laufen in nächster Zeit die Kosten für die Kindergärten davon", sprach Bürgermeisterin Brigitte Bachmann ein Problem an, das auf das Birgland zukomme. Auf der einen Seite gebe es weniger Kinder; auf der anderen steigen die Energiekosten. Zudem bezahle die Gemeinde für Gastkinder in den Kindergärten in Illschwang, Sulzbach-Rosenberg und Lauterhofen mehr als 43 000 Euro.

Fürnried "auf der Kippe"

"Kinder sind uns sehr wichtig", betonte die Bürgermeisterin. Für sie stelle sich allerdings die Frage, ob sich die Gemeinde zwei Kindergärten noch lange leisten könne. Die Betriebsträgerschaft hat die evangelische Kirche. Pfarrer Andreas Utzat erläuterte ihre Sicht der Entwicklung.

Er bestätigte, dass die Kosten aus dem Ruder laufen: "Wenn die Belegung des Kindergartens weiter so gering bleibt, ist Fürnried 2016 zu." Langfristig gesehen erscheine ein Kindergarten mit drei Gruppen optimal. Es würde dann der Kindergarten in Schwend gestärkt.

Die Bürgermeisterin bot dem Pfarrer die Zusammenarbeit in diesem Thema an. Stoff für zukünftige Diskussionen ist vorhanden.

Einige Bekanntgaben rundeten den öffentlichen Sitzungsteil ab. Der Radweg im Birgland soll nicht nur an der Staatsstraße 2164 entlang gebaut werden. Es wird ein Zusammenschluss mit Illschwang und Lauterhofen angestrebt. Der Klärwärter bekommt ein neues Dienstauto.

Wenn der Schnee vom Dach der Birglandhalle abrutscht, wird die Straße in Zukunft gesperrt. Der Busverkehr wird dann umgeleitet. Die Kindergartenkinder können den oberen Eingang der Birglandhalle benutzen. Ihre Rauch- und Wärmeabzugsanlage wird in Kürze geprüft.

Nächtliche Crossfahrer haben auf dem Sportplatz am Silberberg in Fürnried einen Schaden von 250 bis 300 Euro angerichtet. Die Regulierung ist im Gange.

"Taxi wäre dann billiger"

Die Gemeinde wurde vom Zweckverband Nahverkehr informiert, wie er sich die Barrierefreiheit von Bushaltestellen vorstellt. Der Kommentar der Bürgermeisterin dazu: "Wenn wir das alles so umsetzen, dann wird es billiger sein, mit dem Taxi in die Stadt zu fahren."
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