Termin beim Papst

In der Missionsstation Kakooge fühlt sich Pater Stanislaus (hinten) wohl. Die Kirche trägt wie in Neustadt den Namen des heiligen Felix. Bild: hfz

Alljährlich vor Weihnachten bricht Pater Stanislaus nach Uganda auf, um bei den Missionsstationen seines Ordens nach dem Rechten zu sehen. Dieses Mal trifft er Papst Franziskus. Und danach hat er noch einen wichtigen Termin in Peru.

Neustadt/WN. (ms) Die Krakauer Provinz der Franziskaner-Minoriten, die das Kloster St. Felix betreut, freut sich auf zwei Ereignisse. Zum einen besucht der Heilige Vater die jüngste Missionsstation in Uganda. Gleich danach erfolgt im Stadion von Chimbote in Peru die Seligsprechung von zwei polnischen Brüdern. Sie wurden 1991 in Pariacoto, einem Bergdorf in den Anden, von der Terrororganisation "Leuchtender Pfad" ermordet. Vor der Abreise sprach Redakteur Martin Staffe mit Pater Stanislaus.

Was macht der Heilige Vater in Uganda?

Pater Stanislaus: Gleich nach seiner Ankunft in Entebbe am Freitag, 27. November, soll Papst Franziskus unsere neue Missionsstation in Munyonyo besuchen. Soll, denn diese Visite ist zwar fest eingeplant, gehört aber nicht zum offiziellen Programm. Hat das Flugzeug Verspätung, kann es aber eng werden.

Was macht der hohe Gast in Munyonyo?

Stanislaus: Hier entsteht unter unserer Regie ein zentraler Wallfahrtsort für das ganze Land. Der Papst wird die große Wallfahrtskirche, die noch im Bau ist, segnen, außerdem einen Jungen und ein Mädchen taufen - als Symbol für den Aufbruch der jungen Kirche in Uganda.

Am Mittwoch, 2. Dezember, fliegen Sie schon weiter nach Lima? Was ist da los?

Stanislaus: Erzbischof Cyprian Kizito von Kampala hat mich zur Seligsprechung von zwei Brüdern, die zu unserer Krakauer Provinz gehört haben, eingeladen. Michal Tomaszek und Zbiegniew Strzalkowski wurden am 9. August 1991 von der maoistischen Terrorgruppe "Leuchtender Pfad" erschossen. Sie hatten mit einigen Gläubigen Gottesdienst gefeiert, als die Terroristen Kirche und Kloster umstellten. Auch um die Christen, darunter etliche Jugendliche, zu schützen, begaben sich die Patres in die Hände ihrer Mörder. Ich war damals als Provinzial in Krakau mit dem Anschlag befasst. Beide habe ich persönlich gekannt.

Warum mussten sie sterben?

Stanislaus: Die brutalen Revoluzzer schmierten auf eine Mauer im Dorf: "So sterben die Lakaien des Imperialismus." Sie betrachteten die Missionare aus Europa als Störenfriede, die Verkünder der Frohen Botschaft als Hindernisse auf dem revolutionären, blutigen Weg zu einer vermeintlich gerechten Gesellschaft.

Wie ist es danach mit der Mission weitergegangen?

Stanislaus: Schon kurz darauf reiste ich als Provinzial nach Peru, um die drei Stationen in Pariacoto, Chimbote und Lima aufrecht zu erhalten. Ein Bruder wurde bedroht. Ihn versetzte ich nach Paraguay. Wegen der Gefahrenlage durfte ich keinen Bruder nach Peru schicken, wenn dieser nicht einverstanden war.

Haben die Franziskaner-Minoriten durchgehalten?

Stanislaus: Ja, wir haben es tatsächlich geschafft, zunächst mit nur zwei Brüdern. Und es hat sich gelohnt. Inzwischen haben wir schon Nachwuchs aus Peru selbst, und unsere Niederlassungen sind gut besetzt. Es herrschen ein guter Geist, ein ausgezeichnetes Miteinander. Die schreckliche Terrororganisation "Leuchtender Pfad" ist längst zerschlagen. Hintergrund
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