Theatergruppe der Kolpingfamilie Neukirchen bringt einen Klassiker auf die Bühne - Noch drei ...
Don Camillo und Peppone in der Oberpfalz

Christuskreuz und rote Fahne - Don Camillo und Peppone befehden sich derzeit auf der Kolping-Theaterbühne in Neukirchen. Bild: dlu
Jeder kennt sie, diese kleine norditalienische Gemeinde in der Po-Ebene Italiens, in der sich der kommunistische Bürgermeister Giuseppe Bottazzi, genannt Peppone, und sein konservativer Widersacher Don Camillo immer wieder in die Haare kriegen.

Die Theatergruppe der Kolpingfamilie Neukirchen hat sich heuer entschieden, den Streithähnen neues Leben einzuhauchen und präsentierte daher ihrem Premierenpublikum das Stück "Don Camillo und Peppone" in der Fassung von Gerold Theobalt, nach dem Roman "Die kleine Welt des Don Camillo" von Giovannino Guareschi.

Darstellerin mit Bartwuchs

Unter Regie von Wolfgang Rattai strömten der Charme der sechziger Jahre und italienischer Provinzflair in den Saal des Neukirchner Hofes. Das liebevoll gestaltete Bühnenbild mit seinen wandelbaren Elementen und die originalgetreuen Kostüme der Darsteller taten das ihre dazu, um eine bildstarke Illusion zu schaffen. Aufwendig und überaus detailreich ist auch die Maske der Theaterspieler. Hinter so manchem Bartwuchs versteckt sich gekonnt die eine oder andere Darstellerin.

Schlagkräftig und wortgewaltig ging es zu bei den meisten Aufeinandertreffen der Revolutionäre und ihrer Opponenten. Nicht nur Peppone (Roman Palecki) hat in seinem Amt als Bürgermeister alle Hände voll zu tun, seine Genossen wie den tauben Smilzo und den nachdenklichen Fulmino (Michael Rattai, Tina Langhans) auf Kurs zu bringen. Nein, auch der ehrenwerte Don Camillo (Klaus Schuster) muss in den eigenen Reihen dem Großgrundbesitzer Passotti (Gerhard Frind) immer wieder Paroli bieten. Dieser versucht mit allen Mitteln, die Heirat seiner Tochter Gina (Susanne Reiff) mit dem Tagelöhner Mariolino zu verhindern. Und auch Mariolinos Vater Brusciata (Michaela Springs) neigt zu handfesten Meinungsäußerungen, wenn er von der beabsichtigten Eheschließung Wind bekommt.

Boykott der Arbeiter

Die seit Generationen gepflegte Fehde zwischen den verfeindeten Familien führt schließlich zum blutigen Boykott aller Arbeiter und verstärkt Fronten der kleinen Dorfgemeinschaft. Bei so viel emotionalem Sprengstoff kommen selbst liberale Geister wie Professor Prizzi (Lukas Meier) zwischen die Räder der politischen Mühle.

Widerwillig getauft

Um selbst nicht vom rechten Weg abzukommen und um diesen auch seinen Schutzbefohlenen im Glauben, wie der Signora Christina (Dorle Wismeth) und deren Freundin (Doris Ertl) zu weisen, sucht Don Camillo stets das Gespräch mit dem "Herrn" am Kruzifix (Wolfgang Rattai).

Der kann durch seine Kommentare und Appelle beruhigend auf das aufbrausende Wesen des radelnden Pfarrers einwirken. So tauft Don Camillo, wenn auch nur widerwillig, den jüngsten Sohn seines Rivalen Bottazzi, der sich in diesem Punkt dem Willen seiner ansonsten konsequent parteitreuen Frau Ariana (Carola Helm), zähneknirschend fügt. Don Camillo zur Seite stehen zwei junge Theater-Debütanten, Nepomuk Helm und Tim Wismeth, die als Messdiener ebenfalls in die Schusslinie der Streithähne geraten.

Zwischen den Akten unterhielten Carola Helm und Daniela Ludwig, alias "Nackad sing i niad" die Gäste mit handgemachten Musikbeiträgen, was ebenfalls für gute Unterhaltung sorgte.

Karten gibt es an der Abendkasse und im Vorverkauf im Neukirchner Hof. Weitere Vorstellungstermine sind am Samstag, 21. November, um 19.30, am Sonntag, 22. November, um 15 und am Freitag, 27. November, um 19.30 Uhr
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.