Tiefe Ergriffenheit

"Deutschland trägt Verantwortung für die Opfer des Krieges", betonte Bürgermeister Werner Roder (Dritter von rechts) in seiner Rede bei der Gedenkfeier am Kriegerdenkmal. Zahlreiche Teilnehmer hatten sich dazu vor der St.-Johannes-Kirche versammelt. Bild: edo

Genau 70 Jahre, nachdem die 11. US-Panzer-Divison in das Dorf einmarschiert und es zuvor aufgrund des Widerstands einiger Wehrmachtssoldaten in Schutt und Asche gelegt hatte, kamen sie zusammen: Zahlreiche Menschen gedachten der Toten des Zweiten Weltkriegs.

Nach einem feierlichen Gedenkgottesdienst unter der Leitung von Pater Adrian Kugler versammelten sich viele Einwohner der Gemeinde und Gäste aus der Region am Kriegerdenkmal neben der St.-Johannes-Kirche. Auch die Vereine der Kommune nahmen an der Gedenkfeier teil - die Feuerwehren aus Oberbibrach und Vorbach, die Schützengesellschaft St. Sebastian, der Katholische Frauenbund, der Krieger- und Soldatenverein Vorbach sowie die Katholische Landjugendbewegung Oberbibrach.

Bürgermeister Werner Roder erinnerte in seiner ergreifenden Rede an die verheerende Bilanz des Zweiten Weltkriegs mit insgesamt 60 Millionen Toten, darunter viele deutsche Soldaten und Zivilisten. "Deutschland trägt damit Verantwortung für die Opfer des Krieges", betonte er und fügte hinzu: "Auch wenn manche Zeitgenossen das nicht mehr hören wollen: Diese historische Wahrheit wird für immer Teil der deutschen Geschichte bleiben."

Sechs Menschen hatten an jenem 19. April 1945 beim Angriff der US-Truppen ihr Leben verloren - durch Granatsplitter oder Feuer. Für Pater Augustin Hilburger, die Eheleute Michael und Theresa Henfling und deren Sohn Johan, Hans Schöcklmann und den deutschen Soldaten James Pydde aus Berlin legten Vertreter der Feuerwehr Oberbibrach einen Kranz nieder.

Die Stadtkapelle Eschenbach spielte dazu "Ich hatt' einen Kameraden" und die deutsche Nationalhymne. Vielen Teilnehmern war auch nach so langer Zeit tiefe Ergriffenheit ins Gesicht geschrieben.

Im Anschluss ging ein feierlicher Zug ins Schützenhaus. Dort wurden die historischen Ereignisse unter anderem mit Original-Filmaufnahmen detailliert nachgezeichnet. Auch einige Zeitzeugen erzählten davon (Bericht folgt).
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