Titelkämpfe in Achen - In fünf Disziplinen werden Titel vergeben - Im Mittelpunkt steht Totilas
Die größte EM der Pferdesport-Geschichte

Im Reitstadion in Aachen werden die Europameisterschaften ausgetragen. Die Veranstalter hoffen auf mehr als 300 000 Zuschauer bis zum 23. August. Bild: dpa
Solche Europameisterschaften gab es noch nie. Am Dienstag beginnen in Aachen erstmals europäische Titelkämpfe in fünf verschiedenen Pferdesport-Disziplinen. Dort, wo sonst der berühmte CHIO ausgetragen wird, geht es in knapp zwei Wochen um insgesamt 39 Medaillen. Aachen bietet die größte EM in der Pferdesport-Geschichte. Eine, "die es so nie wieder geben wird", wie Chef-Vermarkter Michael Mronz gerne erwähnt.

Ungewöhnliches Heimspiel

Der Verband will das ungewöhnliche Heimspiel nutzen. "Wir wollen grundsätzlich in allen Disziplinen um die Medaillen mitreiten", sagte Dennis Peiler, Sportchef der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Ganz besonders gilt das für die Dressur und das Springen. Zum Programm gehören zudem die Titelkämpfe in den nicht-olympischen Disziplinen Fahren, Voltigieren und Reining.

Mehr 300 000 Zuschauer werden bis zum 23. August erwartet. Schon zur Eröffnungsfeier am Dienstag wird das Stadion fast voll sein. "Das läuft sehr gut", berichtete der Aachener Sportdirektor Frank Kemperman.

"40 000 Menschen bei einer Dressur, das gibt es nur in Aachen", betonte Kemperman und erinnerte sich an die WM 2006: "Von der Atmosphäre schwärmen noch jetzt viele." Vor neun Jahren hatten die Aachener bereits die Weltreiterspiele mit acht Disziplinen ausgetragen und schon damals ein Dressurviereck in ihr riesiges Springstadion gebaut, das größer als die Fußball-Arena Tivoli nebenan ist. An den ersten Dressur-Tagen erwartet der Aachener Sportchef noch kein ausverkauftes Stadion, aber spätestens am Sonntag, wenn in der Kür um Gold geritten wird. Dabei setzt Kemperman auch auf den Werbe-Star Totilas. "Das gefällt uns gut", kommentierte der Sportchef die späte Qualifikation des oft verletzten Millionen-Pferdes: "Wir haben gemerkt, dass mehr Leute kommen." Kemperman freut sich auch auf das Duell von Totilas mit Matthias Rath im Sattel gegen Valegro mit Charlotte Dujardin, die zuletzt reihenweise die Goldmedaillen gewann. "Das sind die großen Stars", sagte Kemperman.

Der Niederländer setzt zumindest in der am Mittwoch beginnenden Mannschaftswertung auf einen Heimsieg: "Wenn Holländer gewinnen, freue ich mich natürlich auch, aber ein deutscher Sieg wäre toll und besser für die Stimmung."

Am Donnerstag - nach dem zweiten Teil des Teamwettbewerbes - soll es Gold geben, daran lässt auch Bundestrainerin Monica Theodorescu keinen Zweifel aufkommen. "Das Ziel ist klar gesteckt", sagte die Trainerin. "Die sind richtig heiß drauf", berichtete Theodorescu über die Stimmung im Quartett. Neben Rath gehören drei Frauen zum Team: Kristina Bröring-Sprehe mit Desperados, Isabell Werth mit Don Johnson und Jessica von Bredow-Werndl mit Unee.

Enormer Druck

Das Gastgeber-Team steht als Favorit aber auch unter enormen Druck. "Die deutsche Mannschaft tritt als Titelverteidiger an und dann auch noch im eigenen Land, da ist die Erwartungshaltung natürlich hoch", sagte Rath. Erst in der zweiten EM-Woche satteln die Springreiter. Die sind nicht weniger ehrgeizig, obwohl es zuletzt nicht sonderlich gut lief. "Es ist unser Ziel, im eigenen Land die Goldmedaille zu gewinnen", erklärte Daniel Deußer ohne Umschweife.
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