Tobias Reiß übt heftige Kritik an Eschenbacher Verwaltung - Bürgermeister Lehr wehrt sich
"Penner" im Rathaus?

Kemnath hat gekämpft, das Eschenbacher Rathaus hat gepennt.
(do/wüw) Warum ging Eschenbach bei der Behördenverlagerung leer aus? Tobias Reiß sagt: Weil das Rathaus sich zu spät beworben hat. Und als die Bewerbung ans Ministerium ging, war sie im Vergleich zu anderen nur halbherzig und schlecht ausformuliert. "Man war lange untätig" und "Eschenbach hat sich nicht bemüht", erklärte der Landtagsabgeordnete beim CSU-Ortsverband. Für Eschenbachs Bürgermeister ist die Aussage ein Unding: "Wäre es bei der Auswahl objektiv zugegangen, hätte Eschenbach von der Verlagerung profitieren müssen."

Reiß lobt bei seinem Auftritt vor allem die Gemeinden aus dem östlichen Landkreis Tirschenreuth. Dort wären die Bewerbungen gut koordiniert und begründet worden. Davon hätten schließlich Marktredwitz und Waldsassen profitiert, die Geschlossenheit der Grenzlandgemeinden habe das Heimatministerium beeindruckt. Dagegen sei das Bewerbungsschreiben aus Eschenbach seinen Informationen nach "viel zu spät" - kurz vor Weihnachten - eingegangen.

Eher mäßig

Die Begründung in dem Antrag sei dann auch eher mäßig gewesen. Tatsächlich habe das Rathaus den Antrag erst im Dezember Richtung Heimatministerium geschickt. "Aber wenn ich höre, dass die Entscheidung für Kemnath erst vier Wochen vor der Bekanntgabe Anfang März fiel, dann kann unsere Bewerbung nicht zu spät gewesen sein."

Wirtschaftlich zu stark

Reiß räumte bei seinem Auftritt bei der CSU ein, dass Eschenbach wohl auch mit einem überzeugenden Antrag wenig Chancen auf neue Stellen gehabt hätte. "Die Strukturdaten der Stadt sind einfach zu gut." Zwar weise die Statistik auch für Kemnath ähnlich gute Wirtschaftszahlen und Arbeitslosenzahlen aus. Die Stadt habe die 20 Planstellen nur bekommen, weil die Auflösung der Nebenstelle des Amtsgerichtes bevorsteht und die staatliche Immobilienverwaltung das denkmalgeschützte Amtsgerichtsgebäude erst aufwendig saniert hat. Einfluss hatte aber auch die Kemnather Rathausspitze: "Kemnath hat gekämpft, das Eschenbacher Rathaus hat gepennt."

Bei diesem Vorwurf fällt es Lehr endgültig schwer, ruhig zu bleiben: Schon alleine durch den Verlust von Krankenhaus und Vermessungsamt hätte Eschenbach es verdient, bei der Verlagerung berücksichtigt zu werden. "Wäre Herr Reiß einmal zu mir nach Eschenbach gekommen, würde er das wissen." Stattdessen konzentriere sich Reiß auf Kommunen mit CSU-Bürgermeistern. Es sei auffällig, dass in der nördlichen Oberpfalz nur Gemeinden mit schwarzen Bürgermeistern von der Behördenverlagerung profitieren.
Weitere Beiträge zu den Themen: Eschenbach (13379)März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.